Geschichten über Kalbe Milde
 

 



Die Burg Kalbe im Pfandbesitz der Vogtei Tangermünde und der Städte Stendal, Tangermünde und Osterburg
 

Die wirtschaftliche Zwangslage der Familie von Kröcher veranlasste Droisecke und seine Söhne Johann, Heinrich und Jordan, die Burg Kalbe zu verpfänden. Damit sollte wohl wenigstens ein Teil der Schuld, die die Markgrafschaft der Familie schuldete, ausgeglichen werden. Als Gläubiger traten die Ritter und Knappen in der Vogtei Tangermünde auf, sowie die Städte Stendal, Tangermünde und Osterburg. Zur vertraglichen Abmachung dieser Verpfändung traf man sich am 28.08.1389 (also etwa ein Jahr nach dem Tode Markgraf Waldemars) in Stendal in Anwesenheit des Herzogs Otto von Braunschweig, der durch seine Ehefrau Agnes (Witwe Waldemars) in den Mitbesitz der Altmark gekommen war. Es wurde vereinbart, dass die Pfandsumme 1.200 Mark Brandenburgisches Silber (= etwa 2.880 Goldgulden) betragen sollte. Die Pfandsumme lag sicherlich erheblich unter dem wirklichen Wert der umfangreichen Burganlage und seiner Ausstattung. Nach folgendem Modus sollte die Summe gezahlt werden: 500 Mark am gleichen Tage, 100 Mark am folgenden St. Michaelstag (29.9.), 400 Mark am St. Martinstag (11.11.). Die verbleibenden 200 Mark sollten zunächst stehen bleiben und sollte darüber noch verhandelt werden. Als Bürgen setzten die Vertragsschließenden den Dekan von Stendal, Dietrich von Lüderitz und Gerke von Kerkow ein. Ebel von Lüderitz sollte bei Ausführung des Vertrages die von Kröcher vertreten, Ebel von Schwarzlosen die Vogtei und die Städte. Ferner wurde bestimmt, dass die von Schäplitz (Verwandschaft der von Kröcher) auf der Burg wohnen sollten. Wenn die von Schäplitz nicht mehr auf der Burg wohnen wollten, sollte Heinrich von Kröcher die Burg beziehen. Die Urkunde über die Oblatenstiftung weist aus, dass wohl wenigstens einer der Söhne des Droiseke von Kröcher auf der Burg geblieben ist.


Aus einer Schrift zu 1.000 Jahre Kalbe (Milde) von Pfarrer S. Schneider

   
  
 

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