Geschichten über Kalbe Milde
 

 



Kalbe im 30jährigen Kriege
 

Vorbemerkung

Zu Beginn dieses Projektes existierten diverse Aufzeichnungen und Notizen zu den Geschehnissen in Kalbe Milde und der Altmark. Mein Ziel war es dieses Pussel möglichst chronologisch zusammenzufügen. Der Hauptaugenmerk lag dabei immer auf Kalbe (Milde). Die Geschehnisse in unserer Heimatstadt können jedoch nicht losgelöst betrachtet werden, wer die Entwicklung einigermaßen verstehen will, muss sich mit der Geschichte der Altmark und des gesamten deutschen Reiches in dieser Zeit auseinandersetzen. Ich habe aber diese engere Betrachtung gewählt, da abgesehen von Adligen oder höhergestellten Personen, kein Bürger oder Bauer in der damaligen Zeit über den sogenannten Tellerrand hinwegsehen konnte. Für die einfachen Menschen war der Krieg in dieser Zeit Normalität geworden. Auch wenn es in Kalbe in einigen Jahren vergleichsweise ruhig war, ist anhand der Karte der Söldnerbewegungen unschwer auszumachen, das ganz Deutschland durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Vielzahl von Schlachten und auch der häufige Wechsel der Lager durch Feldherren und Offiziere macht die Komplexität deutlich. Es waren selten echte Schweden oder echte Dänen (also Menschen die aus ihren Heimatländern nach Deutschland gekommen waren) um nur dieses Beispiel zu nennen, es waren Söldner die dem folgten der am besten bezahlte. Wer versucht die Zusammenhänge des Krieges zu verstehen, begreift sehr schnell, dass es kein eigentlicher Relegionskrieg war, es ging um die Vorherrschaft in Europa, Spanien und das deutsche Kaiserreich lagen im Wettstreit auf der anderen Seite die Protestanten, die aber wiederum vom gleichfalls katholischen Frankreich unterstützt wurden.

Die Zeittafel versucht eine Gegenüberstellung der Geschnisse in Kalbe, der Altmark und Überregional wieder zugeben. Es kann aber nur ein Versuch sein, denn eine wirkliche Chronologie des Krieges würde viele Seiten füllen, wer daran Interesse hat, sollte die einschlägigen Quellen studieren.

Die Personenübersicht versucht gleichfall eine bessere Übersichtlichkeit zu erzeugen, die Fülle der Informationen hätte sonst den normalen Text gesprengt.


Kriege waren den Altmärkern im 16. Jahrhundert erspart geblieben, aber die Kriegsgefahr lauerte manchmal allzu nah, besonders infolge der konfessionellen Zerwürfnisse. Mehrmals hatte der Kurfürst vom Adel und allen Wehrfähigen verlangt, gut ausgerüstet in Bereitschaft zu sein, und auch fremde Kriegsdienste untersagt. 1565 und 1588 fanden Musterungen der Pferde statt, die die Vasallen zu stellen hatten, 1610, 1623 wurden diese revidiert bzw. neu aufgestellt. Die Ergebnisse waren sehr zwiespältig.

Zugleich richtete der Landesherr neue Forderungen an die Stände, um seine Preußischen Pläne finanzieren zu können, aber auch um besser gerüstet zu sein. 1601 forderte er von der Ritterschaft doppelten Roßdienst, von den Städten das doppelte Aufgebot und Türkensteuer. Doch die Kreise weigerten sich. Sie befürchteten Krieg mit Polen, den sie ebenso wenig wie andere Kriege wünschten, und lehnten auch in den kommenden Jahren Beihilfe ab. Der Kurfürst hielt seine eigenen Zusagen nicht ein. Sein Übertritt zum Kalvinismus irritierte sie zusätzlich. Im Juli 1618 ordnete der Kurfürst an, das Land nicht zu verlassen und sich mit seinen Waffen zur Verteidigung des Vaterlandes bereit zu halten. 1620 bewilligten die altmärkischen Landstände ihren Kostenanteil zur Aufstellung von 300 Reitern und 1.000 Mann Fußvolk. Angesichts wachsender Kriegsgefahr wurden Maßnahmen zur Landesverteidigung immer dringlicher. Die von Alvensleben hatten sich schon 1594 einen Schutzbrief Kaiser Rudolfs des II. und Salva guardia (Schutzbrief) für ihre Besitzungen in den verschiedenen Regionen besorgt und die Befugnis erwirkt, zum Zeichen dessen auf all ihren Gütern den kaiserlichen Reichsadler und das kaiserliche Wappen anzubringen.

Zu den Trubeln und Nervositäten der Vorkriegsjahre kamen Teuerung und Münzverfall und -spekulationen durch die Kipper und Wipper. Auch in den altmärkischen Städten Gardelegen, Werben, Tangermünde und Salzwedel brachen 1622 Unruhen aus, die nur schwer zu steuern waren; in Stendal konnten sie mit großem Aufwand verhindert werden. Hinzukamen Seuchen und 1624 eine totale Mißernte. Die Bevölkerung litt unter all dem jetzt schon genug.
In jener Zeit traten auch immer wieder regionale Klimaveränderungen auf, auch „kleine Eiszeiten“ genannt. So gab es in den Sommermonaten zeitweise Kälteperioden inklusive Schnee. Daraus folgen Mißernten. Alle diese Umstände führten im späten 16. Jahrhundert zu Unsicherheiten und Not in der Bevölkerung. Bedingt durch den noch sehr jungen Protestantismus und den in der Bevölkerung stark verbreiteten Aberglauben, wurde die Schuld bei Menschen, oft auch bei verhaßten Nachbarn gesucht. Hexenprozesse nahmen zu. Nach Beckmann starben allein in Gardelegen Mitte des 16. Jahrhunderts 15 Frauen am Feuertod. In der Gegend um Seehausen sollen es Anfang des 17. Jahrhunderts bis zu 200 Verbrennungen gewesen sein. Auch in Kalbe (Milde) gestanden 2 Frauen 1595 auf der Burg unter der Folter schwerste Vergehen und Buhlerei mit dem Teufel, von dem die eine, Mette Behrends oder Bolte, das Zaubern erst gelernt habe, auch baden und Segnen mit allerlei Heilkräutern und Sprüchen. Drei Jahre lang war sie mit ihm in der Walpurgisnacht auf dem Brocken. Sanna Martfelds hatte es wohl noch ärger mit Schadenzauber und Teufelsbuhlschaft getrieben. Beide wurden zum Feuertod verurteilt, letztere aber sollte zuvor auf einem Wagen öffentlich bis zur Richtstätte geführt und der Leib mit zwei Zangengriffen gerissen werden. Die letzte Hexenverbrennung in der Altmark fand 1698 in Stendal statt. [1]


Abbildung: 01, die Altmark, zeitgenössische Karte,[2]

Als es am 22. Mai 1618 zum "Prager Fenstersturz" kam, konnte niemand ahnen, welche ungeheueren Folgen dieses Ereignis nach sich ziehen sollte. Zunächst blieben die sich entwickelnden kriegerischen Auseinandersetzungen auf den Süden und Westen Deutschlands begrenzt – der böhmisch-pfälzerischer Krieg.

Mit der Schlacht am Weißen Berg bei Prag (November 1620) gewannen die katholischen-habsburgischen Verbündeten unter Tilly. Der "Winterkönig“ Friedrich König von Böhmen (war nur einen Winter in Amt und Würden) und Kurfürst der Pfalz mußte über Norddeutschland ins niederländische Exil gehen.

Der Herzog vom Bayern Maximilian wurde mit der pfälzerischen Kurfürstenwürde belohnt. Die protestantischen Kurfürsten erkannten diesen Titel jedoch nicht an. Auf der gegenerischen der protestantischen Seite kämpften zu diesem Zeitpunkt Mansfeld, Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach und Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel.

Es zeigte sich, dass die politischen Absichten des Kaisers auch den protestantischen Norden Deutschlands in Mitleidenschaft ziehen würden. Die Neutralitätsbestrebungen des sächsischen Kurfürsten Johann Georg und des brandenburgischen Kurfürsten Georg Wilhelm wurden gestört, als kaiserliche Truppen unter dem Oberbefehl des Grafen Heinrich Schlick in das Gebiet um Halberstadt und Magdeburg einrückten. [3]

Das Ziel von Georg Wilhelm von Brandenburg war es sein Land möglichst aus den Wirren des Krieges herauszuhalten. Er wollte neutral bleiben.
Er war Kurfürst eines Protestantischen Landes und doch kaisertreu, obwohl der Kaiser und auch Wallenstein ihn ständig provozierten, um ihm den Krieg zu erklären und einen Grund zu finden, ihm seine Kurwürde abzuerkennen.
Es muss dabei berücksichtigt werden, dass die politische und persönliche Ausgangssituation von Georg Wilhelm von Brandenburg nicht gerade einfach war: Georg Wilhelm war Kurfürst von Brandenburg und als Calvinist Fürst eines lutherischen Staates; sein erster Minister Graf von Schwarzenberg war Katholik und er selbst hatte eine Schwester des Kurfürsten Friedrichs von der Pfalz, des vom Kaiser geächteten Königs von Böhmen, geheiratet. In Berlin beherbergte er seine Schwiegermutter, die ihm ständig zusetzte, für ihren entthronten Sohn etwas Entscheidendes zu unternehmen.
Obwohl Gustav Adolf sein Schwager war, 1620 hatte Gustav Adolf Maria Eleonora von Brandenburg geheiratet, zwang dieser ihn mit Kanonen in ein protestantisches Bündnis.[4]

1621 erfolgt die Auflösung der protestantischen Union, nur einige evangelische Söldnerführer wie Mansfeld oder Christian von Braunschweig setzen den Kampf für die Interessen Friedrichs von der Pfalz fort.
1625 tritt der Krieg in eine neue Etappe, der Dänisch – Niedersächsische Krieg (1625-1630)


Abbildung: 02, Übersichtskarte nach Konfessionen zu Beginn des Krieges, [5]

beginnt. Im Sommer 1625 tritt als Unterstützer der Protestanten Christian der IV. König von Dänemark, in seiner Eigenschaft als Herzog von Holstein als Verbündeter der Norddeutschen Fürsten, unterstützt durch Hilfsgelder aus England und den Niederlanden, in den Krieg gegen die katholische Liga ein. Es ist der letzte Versuch Dänemarks, eine Ostseegroßmacht zu werden. [6]

Der brandenburgische Kurfürst lässt, obwohl er kaum über nennenswerte eigene Truppen verfügt, das Land in Verteidigungszustand versetzen. "!Am 19. Oktober 1625 erhielt daher Ludolf XIV. v. Alvensleben vom Hofe einen an die sämtlichen Besitzer von Calbe gerichteten Befehl, dieses Schloss in Verteidigungsstand zu setzen, und alles anzuwenden, damit dasselbe nicht zum Verderben der ganzen Provinz von fremden Truppen eingenommen würde.[7]
Die Herren von Alvensleben stellten zwar ihr Unvermögen vor, das Schloss bei der damaligen Art Krieg zu führen gegen große Gewalt allein zu schützen, und baten daher um militärische Unterstützung. Sie erhielten aber keinen positiven Bescheid.

Als die Gefahr näher kam, versammelten sich am 28. Dezember 1625 Kuno von Alvensleben, Johann von der Asseburg als Vormund der von Heinrich von der Asseburg, dem Pfandbesitzer eines Teils von Calbe, hinterlassenen Tochter, und ein Bevollmächtigter Levin Ludolfs von Alvensleben auf dem Schlosse, um sich mit Ludolf von Alvensleben über die zu nehmenden Maßregeln zu besprechen. Der Beschluss fiel dahin aus, dass ein kriegserfahrener Mann in Bestallung genommen werden sollte, um so lange es die Umstände erfordern würden, den Befehl über die Besatzung des Schlosses zu führen. Diese Besatzung sollte aus dreißig Mann bestehen, welche man vorzugsweise aus den Unterthanen im Gerichte Calbe anwerben wollte. Dem bestellten Hauptmanne, welchem neben freier Wohnung und freiem Tische auf dem Schlosse ein jährliches Gehalt von hundert Talern bestimmt wurde, sollte es überlassen sein, aus diesen Leuten einen Sergeanten und einen Korporal zu wählen. Zu der Besoldung der Mannschaft wollten die Besitzer des Hauses ein Drittel beitragen, zur Aufbringung der anderen zwei Drittel hofften sie die Untertanen bereitwillig zu finden. Was der bestellte Hauptmann wegen Ausbesserung der Wälle und Anlegung von Brustwehren nötig finden möchte, dass sollte unverzüglich, soweit die Witterung in der damaligen strengen Jahreszeit zulassen würde, ausgeführt werden.

Die auf dem Schlosse befindlichen sechs Metallstücke beschloss man mit neuen Kasten und Rädern, mit Löffeln, Wischern, und anderen Erfordernissen zu versehen. Zur Aufsicht über dieselben und über die Munition sollte ein geschickter Büchsenmeister angenommen werden.

Hundert geschmiedete oder gegossene Kugeln,
zwei Zentner Büchsenpulver,
Stückpulver,
fünfzig Musketen,
zwei Zentner Lunten,
zwei Zentner Blei,
fünfundzwanzig halbe Piken oder Springstöcke,
zwölf ganze Piken und
fünfundzwanzig Hellebarden

sollten eiligst angeschafft werden. Von allen Kosten übernahmen Ludolf XIV. und Kuno von Alvensleben, Levin Ludolf von Alvensleben, und die von der Asseburg, jede Partei ein Drittel.“[8]

Damals sind Waffen und Munition in Goslar gekauft worden und die asseburgischen Bauern aus den Vorharzdörfern mussten den Transport besorgen.[9]


Abbildung: 03, gebräuchliche Artilleriewaffen,[10]

Überall wo es nötig war, sollten Schlagbäume errichtet, und an den gefährlichsten Pässen Zugbrücken erbaut, die übrigen Brücken aber so eingerichtet werden, dass man sie schnell abwerfen könnte. Nötigenfalls sollte bei andringender Gefahr die um das Schloss herum und bei der Wassermühle stehenden Weiden umgehauen, auch sollte die Milde bei dem Grashofe, oder wo es sonst am zweckdienlichsten sein würde, durchstochen werden. Der bestellte Hauptmann sollte angewiesen werden, gewöhnlicherweise mit dem anwesenden Ludolf XIV. von Alvensleben zu Rate zu gehen, in besonders wichtigen Fällen aber an die gesamten Besitzer des Schlosses zu berichten.[11]

Das Namensverzeichnis der Burgbesatzung zu Calbe 1625 nennt:

Jochim Rathman von Stendal, Kapitän,
Jakob Cariwilt, Connestable, verwaltet das Sergeanten ambt daneben
Hans Schulze von Calbe, Corporals
Hans Heuer von Tangermünde
Andreas Lindemann, Trommelschläger und gefreyter Bürger zu Calbe,
Sechs Artilleristen für die "!Stücke“, vier stammen aus Calbe, zwei aus Bismark.[12]

Von den neu angeworbenen Artilleristen ist uns nur der Büchsenmeister namentlich bekannt geworden. Jacobus Guilleth nannte sich Konstabel, Kontrolleur und Büchsenmeister, heiratete 1627 Anna Tyleke, die Tochter des Krämers Henning Tyleke, mit der er 4 Kinder hatte. Er war später einige Jahre Bürgermeister und soll 1642 in Gardelegen gestorben sein.[13]

Unterdessen wurden alle Vorbereitungen, die Burg Kalbe in Verteidigungszustand zu besetzen, von den Ereignissen überholt. Infolge der drohenden Kriegsgefahr hatten die Stände des Niedersächsischen Kreises (Fürsten und Städte Nordwestdeutschlands) König Christian IV von Dänemark zum Oberbefehlshaber der Truppen gewählt.
Dieser ließ Anfang des Jahres 1626 zwei Armeen aus dem Raum Hamburg rechts und links der Elbe gegen Magdeburg marschieren. Die eine Armee rechts der Elbe befehligte Graf Ernst von Mansfeld, der von Lauenburg kommend, durch die Priegnitz über Havelberg in den Jerichower Kreis vorrückte. Die zweite Armee nahm ihren Weg von Stade durch die Lüneburger Heide und die Altmark, um die Elbe im Raum Tangermünde-Wolmirstedt zu erreichen. Diese Armee wurde von dem General-Feldzeugmeister Johann Philip Fuchs von Bimbach befehligt und hat den Altmärkern durch Kontributionen und Plünderungen schwersten Schaden zugefügt. Die Neutralitätsbestrebungen des brandenburgischen Kurfürsten hatten nichts genutzt. Nun wurde das Land in den Strudel des Krieges hineingezogen. Die Beschützer waren in ihrem Benehmen von Feinden wenig zu unterscheiden.
General Fuchs versuchte zunächst Gardelegen zu erreichen. Da ihm die Bürger, verstärkt durch ein kleines kurfürstliches Aufgebot (bereits am 2. Februar waren die Brandenburger unter dem Hauptmann Martin von Schwedt einmarschiert), den Zutritt zur Stadt verwehrten, ging er mit seinem Hauptquartier nach Beetzendorf zurück. Seine Armee bestandt aus Truppen der drei Reiterregimenter Bernhard von Weimar, Bernhard Geist und Baudissin von ungefähr 1.000 Pferden und den beiden Regimentern Fußvolk der Obersten Oppen und Linstow ungefähr 1.100 Mann stark. Am 6. Februar 1626 forderte er von dort aus die Stadt Salzwedel auf, seinen Truppen die Tore zu öffnen. Der Rat der Stadt wies diese Aufforderung zurück, musste aber am 15. Februar widerwillig die Stadt öffnen, als der Oberst Wilhelm von Lohausen mit 600 Mann dänischer Infanterie und 6 Mörsern sich anschickt, die Stadt zu stürmen. Der König erklärte dem Rate, daß er ihn bei dem Kurfürsten schon entschuldigen wolle.[14][15]

Die Familie von Alvensleben besitzt einen Bericht der Burgbesatzung von Calbe und ein Protokoll des Kgl. Dänischen Generals Fuchs von Bimbach vom 07. Februar 1626:

In Abwesenheit der Junker hören der Gesamtrichter Konrad Köhler, Kapitän Rathmann, der Connestable, der Schreiber Arnold und der Vogt, dass die Dänen herannahen. Die Zivilbeamten fordern den Bürgermeister Hans Schulze von Calbe auf, mit ihnen dem Feinde nach Altmersleben ( die heutige Straße nach Altmersleben gab es damals noch nicht, der Weg nach Altmersleben führte zu dieser Zeit über Vahrholz) entgegen zu reiten, um den General zu bitten "!der armen Leute Zustand zu beherzigen und sie über ihr Vermögen nicht beschweren zu wollen“. Vor dem Tore trifft der Bürgermeister einen Mann namens Zacharias aus Neuhaldensleben, der ihnen den Weg weist. Der Bürgermeister verhandelt mit dem Generalwachtmeister von Schlammerstorff. Dieser fordert die Übergabe der Burg und freie Benutzung der Calbeschen Pässe. Der Bürgermeister erklärt, dass er darauf nicht eingehen dürfe. Der Beamtenstab reitet daraufhin in Begleitung von "!Monsieur Niemitz“ nach Jeetze zum dänischen General Fuchs, um diese Weigerung zu Begründen und um Schonung der Untertanen zu bitten. Unterdess rückt das dänische Kriegsvolk schon von Norden her auf Calbe zu. In Jeetze tragen die Calbeschen Beamten – Wortführer ist Dr. Köhler – ihre Bitten vor. Auf das Ansinnen, Burg und Pässe zu übergeben, folgt eine höfliche, aber bestimmte Weigerung.

"Eure Erklerung Kombt mir widerlich vor“, schilt General Fuchs und fängt an zu drohen. Dr. Köhler schlägt vor, zu warten, bis eine Entscheidung des Kurfürsten Georg Wilhelm – eine "!Ordonanz“ – eingeholt sei. In der weiteren Verhandlung wirft der General ein, man gönne Calbe lieber dem Feinde und "!solle sich doch ein Exempel an Erxleben, Hundisburg und Rogetz nehmen“, wie man mit so unvernünftigen Weigerungen Land und Leute gefährde. Der Commissarius von Buchwaldt verhandelt schließlich mit Dr. Köhler weiter, die Dänen kämen als Freunde. Es bleibt jedoch bei der Ablehnung.

In Begleitung der Dänen geht die Reise der Kommission in Richtung Calbe zurück. Zwischen Vahrholz und dem Voßdamm (heutige Flotte-Brücke) wird Halt gemacht. Man schickt den Bürgermeister voraus auf die Burg, um den Kapitän aufzufordern, keinen Schuss abgeben zu lassen, andernfalls man Stadt, Vorwerke und die "!Aluensleuischen Dörffer“ aufbrennen werde.

Der Kapitän alarmiert die "!Schildwache auff dem Wall und ermahnete die Soldaten, sich zu wehren“. "!Der Connestable war zu den Stücken (Geschützen) gelaufen, und dieselbe aufzudecken, dass er wollte Feuer geben. Indessen ist ein abgeschickter Trommelschläger ahn die Brücke kommen und dieselbe gerühret. Der Connestable ist auf die Brustwehr gesprungen, undt gefragt, was sein begehr war. Hat er gesagt, man wolle den Gouverneur und Kapitän sprechen, die sollen herunter kommen, hat sich ganz beschwerlich gestellt, wie sie nicht so baldt kommen“.

"Es sein aber gleich etzliche Abgeordnete zu Ross, darunter der General-Wachtmeister v. Schlammerstoff, Commissarius Buchwaldt“ und andere gekommen und haben die Verhandlungen aufgenommen. Unter Hinweis auf ihre Eide weigern sich Kapitän und "!Connestable“ wie vorher die Zivilbeamten. Hierauf erneut Drohung, Vorwerk und Stadt würde in "!zwo Stunden in Feuer stehen“, und das sei unnötig, da die Alvensleben die Freunde der Dänen seien und sie die der Alvensleben. Endlich entschließt sich Dr. Köhler nach langen Kämpfen, Gewissensnöten und klugen Verhandlungen, die einmal das Gesicht der Verhandlung wahren, anderseits auch die bewegliche Habe der Herren von Alvensleben und ihrer Untertanen, zum Nachgeben. General Fuchs von Bimbach stellt den von Dr. Köhler vorgeschlagenen Revers aus, und die Übergabe der Burg erfolgt. Die kostbaren Gegenstände werden in drei Gemächer zusammengetragen und die Türen versiegelt. In dem vom General Fuchs von Bimbach eigenhändig unterzeichneten Schreiben, "!Gegeben zu Calbe, den 7. Februar Anno 1626“ heißt es u.a.:
Der König von Dänemark habe dieses Heer ausgesandt, um das Erzstift Magdeburg vor den Kaiserlichen zu verteidigen. Dem Kurfürst von Brandenburg sei mitgeteilt worden, dass der "!General d’Infantrie et d’Artellerie Fuchs von Bimbach auf Möhren, Alten-Rechenberg und Schwaningen“ die Pässe der Altmark besetzen müsse, und weshalb dies notwendig sei. "!Wenn aber befunden, wie das Hauß Calbe nicht nach Notdurft besetzt, wie auch dieselbigen Pässe Feinden nicht in Händen könnten gelassen werden, als habe ich Kraft habenden Königlichen Potentz das Haus Calbe zu besetzen getrachtet, der von Alvensleben Beambte und Diener darum gebührlichen begrüßet, welche sich aber zum Höchsten entschuldigt, dass sie ohne ausdrücklichen Befehl ihres gnädigen Kurfürsten und ihren Jungherren der von Alvensleben Geheiß und Willen solches zu tun nicht in ihren Mächten stünde. Hingegen aber ich, da ich die Gefahr betrachtet, auch da sie solches in Güte nicht eingehen wollen, schärfere Mittel in die Hand zu nehmen, sie bedrohet, und zwar nicht einiger Feindseligkeit halber, viel weniger zu Präjuditz der Churfürstlichen Durchlaucht Hoheit Recht und Gerechtigkeit noch der von Alvensleben, sondern allein die Pässe vor Sr. Kgl. Majestät Volk offen zu behalten“.

Es wird nun vereinbart, dass die Burg Calbe mit ebenso viel dänischen wie Alvenslebenschen Soldaten besetzt werde, die sich in Wachen zu teilen haben. Ferner, dass "!die von Alvensleben und ihre Untertanen mit Contributionen und Einquartierung so viel möglich nicht zu beschweren“ seien, und "!ihren Dienern ihr Commando und Intraden ruhig haben zu lassen“. Die Räumung solle nach erfolgter Vereinbarung der Monarchen schnellstens erfolgen, unter Wahrung aller Eigentumsrechte "!ohne einigen Schaden“.
[16]


Abbildung: 04; ein erhaltenes Stück aus Kalbe im salzw. Danneil-Museum,[17]

Am 16. Februar 1626 ließ General Fuchs durch den Hauptmann Julius Christian Lex Kalbe besetzen und auf der Burg ein Munitionsdepot und Verpflegungsmagazin einrichten.

Die Dörfer auf dem Werder wurden geplündert und der Pfarrer Johannes Rodedöwel in Güssefeld schrieb in sein Tagebuch: "Sie haben alles ausgefressen und ausgesoffen und was sie erhaschen können, mitgenommen; und sie sind insonderheit zu Güssefelde und Thöritz 2000 Mann gelegen, die zu Güssefelde in 1 ½ Tag und 2 Nacht 1203 Gulden, (Goldgulden 10, später 7 Mark) zu Bühne 380 Gulden und Viezen 33 Gulden nach der Bauern Angabe verzehret. Den 19. Februar 1 ½ Hundert Reuter und 60 Wagen hier gewesen, den 22. noch Hundert, den 24. nochmals. "[18].

Mehrere Tage dauerte der Durchgang der Truppen und die Soldaten hatten in wenigen Tagen den Bauern durch Kontributationen und Plünderungen schweren Schaden zugefügt.
Am Freitag den 17. Februar 1626 erreichten die Truppen Tangermünde. Die Tore wurden sofort geschlossen und die Bürgerschaft, durch Trommelschlag zusammengerufen, besetzte Tore und Mauern. Aber der Oberst Linstow brach durch ein an der Stadtmauer stehendes Bürgerhaus an der Töpfegasse, öffnete das Hünerdorfer Tor und zog mit seinem Regiment nach dem Markte. Darauf brach die Hoffnung der Bürger zusammen und die ganze Stadt wurde geöffnet. Da die Soldzahlungen an die Truppen stockten, legten sich diese auf das Beutemachen und trieben mit dem erbeuteten Vieh einen lebhaften Handel. Ein Schaf wurde im Lager für zwei Groschen, eine Kuh für einen Taler, ein Ochse für 36 Groschen verkauft. Unter diesen Umständen steigerte sich die Disziplinlosigkeit der Truppen wiederholt zur offenen Meuterei, sodaß Fuchs mehrere Soldaten justifizieren ließ. Tangermünde wurde der Sammelpunkt der dänischen Armee, von hier aus wurde Arneburg besetzt und eine Abteilung von 600 Mann unter dem Oberstlieutnant Frenking nach Osterburg gelegt, auch Kloster Dambeck gegen den Wiederspruch Leopolds von der Schulenburg mit 50 Mann besetzt. Schwieriger war die Besetzung von Stendal. Am 19. Februar erschien Fuchs vor den Toren der Stadt und verlangte die Aufnahme einer Besatzung. Der Rat lehnte ab, darauf kam es zu Schießereien und zur Plünderung des Umlandes, nach etlichen Unterredungen zog dann eine Besatzung am 23. Februar unter dem Obersten Lippe und den Hauptleuten Protze und Mohr ein. Tangermünde wurde durch Brustwehren auf der Ringmauer, Palisaden, spanische Reiter, Blockhäuser und Schanzen befestigt.

Am 27.03.1626 wurde die Burg Rogätz erobert. Wallenstein stoppte im April an der Dessauer Brücke den Vormarsch der dänischen Truppen unter dem Grafen Mansfeld. Die unzulängliche Zusammenarbeit der beiden Heerführer, Fuchs und Mansfeld, bewirkte, dass die Operationen des unter dänischem Kommando stehenden Heeres völlig scheiterten. Während Mansfeld sich mit dem Rest seiner Truppen durch die Lausitz, Schlesien nach Ungarn begab, zog sich Fuchs nach Tangermünde zurück.[19][20]


Abbildung: 05, politische Struktur,[21]

Im Mai 1626, so berichtet Zahn[22] , befestigten die Dänen Calbe und den Werder. Marquard zu Rantzau rückte mit sechs Fahnen am Himmelfahrtstag in Güssefeld, Vietzen und Umgegend ein, ferner Hauptmann Ernst v. Wellersheim und Hauptmann Wilhelm von der Hude. Am Güssefelder Damm, bei Plathe und Beese wurden Schanzen aufgeworfen, die Bagage lag in Calbe. Da von Salzwedel her über den Güssefelder Damm und die Mildeübergänge bei Beese und Kalbe der Nachschub für die an der Elbe stehenden Truppen geführt wurde, hatten die Werderdörfer immer neue Einquartierungen und damit verbundene Plünderungen auszuhalten (am 9.5.1626 wurde die Kirche von Vietzen ausgeplündert). Besonders verbittert waren die Bauern über den Quartiermeister Antonius Kropf, der seine Reiter wochenlang das Sommerkorn und Wiesen abmähen ließ, so dass 1626 kaum etwas geerntet wurde und eine große Teuerung entstand. Der Scheffel Roggen (knapp 1 Zentner) kostete 1 Taler 8 Groschen, was bei der rapiden Geldentwertung ein Vielfaches der Vorkriegszeit war.

Im Juni 1626 brach unter den Soldaten die rote Ruhr aus, die bald die ganze Gegend von Tangermünde, Stendal und Werben, aber auch Kalbe und die Werderdörfer erfasste, in Tangermünde starben bis zum Herbste 1.600 Personen in Stendal werden 2.511 Gestorbene nachgewiesen. In Jeetze und Siepe starben in 10 Wochen 42 Personen, allein in Güssefed starben 78 Personen, von den Soldaten sind aber auch nicht wenige betroffen worden, auf dem Hofe des Asmus Planke in Güsselfeld binnen 3 Wochen Vater, Mutter, Sohn, Tochter und Magd gestorben, bei Hans Kinzmann in Bühne die Hausfrau, drei Söhne und zwei Töchter, erst mit dem Eintritt des Frostes erlosch die Krankheit.[23][24][25]

Die Seuche, die schlechte Versorgungslage und die Verhandlungen mit den Brandenburgern ließ General Fuchs an Rückzug denken. Er führte die Truppen durch die nördliche Altmark ins Braunschweigische zurück und vereinigte sich bei Wolfenbüttel mit den Truppen König Christians. Unterdessen war Graf Tilly mit seiner Armee von Süden kommend über den Harz herangerückt. Am 17. August 1626 kam es bei Lutter am Barenberge, westlich von Goslar, zu einer Schlacht , in der die unter dänischem Kommando stehenden Heere eine vollständige Niederlage erlitten. General Fuchs wurde dabei schwer verwundet und starb in dem nahegelegenen Dorf Nauen. Der Dänenkönig wich mit den geschlagenen Truppen nach Norden aus, um die Elbe im Raum Lüchow und Schnackenburg zu erreichen. Bis dahin lag immer noch eine Kompagnie des dänischen Heeres in Kalbe, die aber am 3.9.1626 über den Werder abzog. Der Gesamtschaden dieses Krieges wurde 1626 für die Altmark und Prignitz auf rund 1.200.000 Talern geschätzt. Unter diesem Feldzug der Dänen hatten die Städte Tangermünde und Stendal mit den umliegenden Dörfern, Calbe und der Werder sowie die nördlichste Gegend der Altmark an der Elbe am meisten zu leiden. Die Besatzung von Calbe durchzog mehrmals die benachbarten Dörfer, um zu nehmen, was sie fanden und was sie brauchen konnten. Der Aufenthalt der dänischen Armee hat der Altmark große Kosten verursacht. Der König hat zwar für die Mannszucht strenge Maßregeln gegeben, insbesondere befohlen, daß die Truppen ihre Bedürfnisse in den Quartieren bar bezahlen sollten, aber dieser Artikel wurde nicht befolgt; sowohl Mannschaften als auch Offiziere hatten sich ja hauptsächlich in der Hoffnung auf Beutemachen zum Kriegsdienst anwerben lassen.[26]
Lange dauerte jedoch die Freude nicht, denn schon im Oktober 1626 rückten kaiserliche Truppen von Süden in die Altmark ein. Unter dieser Besatzung hatten vor allem die altmärkischen Städte schwer zu leiden. Für Kalbe und den Werden waren die beiden nächsten Jahre insofern erträglicher, als durch eine Abmachung erreicht werden konnte, dass die Burg und die Übergänge über den Werder von kurfürstlichen Truppen besetzt wurden, natürlich gab es auch Kontributionen und sicher gelegentlich Plünderungen, aber der Schaden war wesentlich geringer als zur Zeit der dänischen Besatzung.

Am 17. Oktober 1626 wurde das Kloster Diesdorf vollständig ausgeplündert und am folgenden Tage besetzte der Oberst Cerboni von der Wallensteinischen Armee Salzwedel. Am 23. Oktober 1626 hielt der Oberst Oswald von Bodendieck mit 10 Kompagnien zu Fuß und 13 Kornet Reitern vor dem Tore von Tangermünde. Am 7. November schlug er sein Quartier in Stendal auf.

Tangermünde wurde nur von einer Kompagnie des kaiserlichen Regimentes Colloredo unter dem Hauptmann von Rothkirchen besetzt, während der Herzog von Lüneburg das von den Brandenburgern geräumte Gardelegen am 9. November besetzte. Osterburg beherbergte seit dem 7. November 6 Kompagnien Fußfolk und 2.400 Reiter. Man stelle sich vor, dass diese zusätzliche Soldateska beherbergt und verpflegt werden musste obwohl das Land durch die Dänen bereits voll ausgesaugt worden war. Pfarrer Rodedöwel schreibt: "!Im Oktober 1626 haben Wallensteinische Völker die Alte Mark unter Oberst-Lieutenant v. Bodendiek beunruhiget, viel Gold und Silber erpresst, Schafe und Rindvieh verschlucket, auch Perlen und Geschmeide. Kraft sonderlicher Verträge wurde aber das feste Haus Calbe und der Werder verschonet und mit kurfürstlichen Völkern besetzt, wodurch die Bauern einige Zeit Ruhe hatten“.[27][28]

In Bühne ist 1626 ein Mädchen aus Mösenthin Hans Stampils Anna auf der Flucht vor den rohen Soldaten im Felde erfroren und nahe am Dorfe tot aufgefunden.[29]

Der Brandenburgische Oberstleutnant über die Armee in der Altmark, Adam Valentin von Redern auf Wolterslage lies, einem kurfürstlichen Befehle vom 10./20. September 1626 gemäß, fünfzig Mann von seiner und des Hauptmanns von Wins Compagnie auf das Schloss. Zu anfange des Novembers wurde nöthig gefunden, dasselbe und dabey errichteten sieben Redouten mit der ganzen Rederischen und der ganzen Damnitzischen Compagnie zu besetzen. Die Löhnung dieser Truppen musste von den Besitzern des Hauses Calbe und von den Untertanen des Gerichts aufgebracht werden. Von dieser Zeit an blieb das Schloss mit Brandenburgischen Truppen bis zum 12. August 1630 besetzt.

Pfarrer Rodedöwel schreibt: "1627 im Advent ist von dem Junker v. Alvensleben begehret worden, was die zweijährige Kriegseinquartierungen gesanden, da die Güssefeldischen wegen der Dänen angegeben 5.123 Gulden 16 Schillinge und bei dem kurfürstlichen Volk 110 Gulden, die Vizenschen aber bei den Dänischen 1.527 Gulden 15 Schillinge, bei den kaiserlichen 1479 Gulden 8 Schilling, beim kurfürstlichen Volke 55 Gulden. Die Bühnischen insgesamt 1412 Reichsthaler."[30]

In Kalbe lag 1627 die Kompagnie Milwitz und noch am 10.8.1628 lässt ein kurfürstlicher Soldat seine Tochter taufen. Zu welcher größeren Einheit die Kompagnie Milwitz gehörte, konnte noch nicht festgestellt werden, da es zu dieser Zeit in der Altmark noch keine ständigen Truppenteile gab. Wahrscheinlich war die Kompagnie aus den "Lehnsmilizen" gebildet, die die einzigen bewaffneten Truppeneinheiten darstellten.

Am 5. April 1627 wird nach Vorverhandlungen in Kalbe Milde durch den Wallensteinischen Generalkommissar Oberst Altringer in Gardelegen eine neue, verringerte Verpflegungsordnung ("!Gardelegener Ordinanz“) für Fußfolk und Reiterei erlassen. Die Beträge werden um ein Drittel, vielfach sogar auf die Hälfte herabgesetzt.

Als im Herbst 1627 die Wallensteiner die Altmark verlassen, um gegen Stralsund zu ziehen, rückten die Truppen des bayerischen Reitergenerals Heinrich Gottfried zu Pappenheim (die Pappenheimer) in die Altmark ein. Gardelegen wurde zuerst besetzt, am 5. Dezember 1627 durch den Pappenheimischen Hauptmann Steinkallenfels mit einer Kompagnie Fußfolk und am 12. Januar hielt Pappenheim selbst seinen Einzug. Die Bürgerschaft wurde zwar schwer bedrückt, aber der ev. Gottesdienst wurde nicht beeinträchtigt.

Mitte Dezember wurden in Stendal 1.300 Mann einquartiert, der Stab in der Stadt, die Mannschaften in den umliegenden Dörfern. Tangermünde, Osterburg, Salzwedel hatten Einquartierungen zu ertragen. Von den umliegenden Dörfern waren nur noch sehr wenige Bauern in der Lage Zahlungen oder Verpflegung zu leisten, viele Gehöfte waren niedergebrannt. In 62 Dörfern der Landreiterei Polkau (Stendal) und Tangermünde waren nur 366 Bauern noch leistungsfähig, die übrigen 80 Dörfer waren bereits soweit ruiniert, daß auf ihre Mitwirkung nicht gerechnet werden konnte. Sie hausten ärger, als alle Soldaten vor ihnen. Noch blieb Kalbe fast ein Jahr von kurfürstlichen Truppen besetzt, aber Ende 1628 ließ Pappenheim Kalbe und den Werder durch den Obersten Julius Budäus besetzen. Für die Menschen beginnt eine neue Leidenszeit. Im Kirchenbuch von Kalbe werden mehrere Pappenheimer genannt. Am 7.2.1629 wird Adam Heinrich, ein kaiserlicher Soldat von Trier mit Anna Vogts copuliert und am 18. März steht Ursin Beckerling, Wachtmeister des Generalleutnants von Pappenheim Pate. In Gardelegen bezog Pappenheim 400 Thaler wöchentlich. 1629 ließ er seine Gemahlin, eine Gräfin von Öttingen dorthin kommen. Die Eckhäuser, welche sie bewohnten, wurden durch einen Gang, der die Straße überbrückte, verbunden. In der Magdeburger Straße vor seinen Fenstern ließ Pappenheim das Pflaster aufreißen und für die ritterlichen Spiele seiner Offiziere eine Rennbahn herrichten.

1629 kommt es zum Friedensvertrag von Lübeck zwischen dem deutschen Kaiser und dem König von Dänemark. Dänemark verpflichtet sich bei Rückerstattung seiner besetzten Gebiete zur Nichteinmischung bei deutschen Streitigkeiten.

Es beginnt wieder eine neue Etappe der Schwedische Krieg 1630 – 1635.

Die deutschen Fürsten zwingen den Kaiser Ferdinand II. 1630 auf dem Reichstag zu Regensburg Wallenstein als Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres zu entlassen und das Heer auf 40.000 Mann zu verringern. Nach dem Ausscheiden Dänemarks 1630 auf dem deutschen Kriegsschauplatz bot sich nun für Schweden die Chance, sich endgültig als Ostsseegroßmacht zu etablieren. Der schwedische König Gustav Adolf landet am 4. Juli 1630 auf Usedom, schließt mit Frankreich den Subsidienvertrag von Bärwalde und zwingt Pommern, Mecklenburg, Brandenburg und Sachsen in ein protestantisches Bündnis. In der Altmark werden die Plünderungen im Laufe des Jahres 1629 immer unerträglicher, so dass sich am 16.3.1630 der Landeshauptmann Thomas v.d. Knesebeck entschloss, an den Grafen Tilly einen Brief zu schreiben mit der Bitte, die Plünderungen zu unterbinden. Schon am 23.3. antwortete Tilly und versprach, das Regiment Pappenheim aus der Altmark abzuziehen. Ostern 1630 sind die Pappenheimer abgezogen und haben ein völlig verwüstetes Land hinterlassen. Wer aber nun auf Besserung hoffte, sah sich bitter enttäuscht, denn an Stelle der Pappenheimer rückte das dänische Streifkorps des Obersten Heinrich Holk in die Altmark ein.

Am 12. August 1630 ließ der Oberst das "Haus Kalbe" mittelst einer von dem Hauptmanne Nelling gebrauchten Kriegslist besetzen. Seine Soldaten blieben bis zum Frühjahr 1631 hier, um sich dann an der Belagerung von Magdeburg zu beteiligen. Vorher mußten sie eine Belagerung von mehr als vier Wochen aushalten, dann den Kaiserlichen weichen, und diese wurden dann wieder von den Schweden vertrieben.


Abbildung: 06, Zerstörung Magdeburgs von Cracau aus gesehen - Gemälde zum Andenken an den 10. Mai 1631,
1831 Carl Hasenpflug (1802-1858), im Besitz des Kulturhistorischen Museums Magdeburg[31]

Am 10. Mai 1631 wurde Magdeburg gestürmt, dannach ging die stolze Stadt in Flammen auf. Tilly und Pappenheim hatten Magdeburg erobert und die Stadt verwüstet, auftretende Brände sorgten dann dafür, dass der Rest von Magdeburg ein Raub der Flammen wurde, Unmittelbar danach wurden Truppen des Lichtensteinischen Regiments in die Altmark gelegt und auch die Burg Kalbe sowie Werben wurde von einer Kompagnie dieses Regiments besetzt. Auch die Lichtensteiner waren nicht besser als ihre Vorgänger. Im Kirchenbuch häufen sich die Eintragungen, aus denen hervorgeht, dass Geflüchtete aus Bismark, Schorstedt, Faulenhorst, Kremkau, Altmersleben und anderen Orten entweder hier ihre Kinder taufen ließen oder begraben wurden. Die Besatzung befehligte der Hauptmann Hans Friedrich Hake, der Leutnant hieß Ulrich Piler und einer der Fähnriche Pingera. Unter dem 13.8.1631 heißt es im Kirchenbuch: "Ein Freyherr aus Brehmen, welcher unter dem Lichtensteinischen Regiment Fenrich gewesen, alhie in der Kirche unter dem Schreiber Stul begraben uf Soldatisch, man hatt unseres Dienstes nicht gebraucht."

Wie bereits erwähnt hatte der Schwedenkönig Gustav Adolf im Juni 1630 mit 13.000 Mann die Stockholmer Schären verlassen und war auf Usedom gelandet. Lange versuchte der brandenburgische Kurfürst, den Durchzug der Schweden durch das Kurfürstentum zu verhindern. Als jedoch Gustav Adolf die bedrohlichen Nachrichten von der Belagerung Magdeburgs hörte, war es mit seiner Geduld am Ende. Er rückte dem kurfürstlichen Schwager vor sein Berliner Schloss und erzwang sich den Durchmarsch durch die brandenburgischen Lande.

Die Eroberung Magdeburgs durch Tilly und Pappenheim konnte er nicht verhindern, jedoch die Besetzung der Werbener Schanze im Nordosten der Altmark verschaffte ihm eine sichere Ausgangsposition, die kaiserlichen Truppen anzugreifen. Die Besetzung der Werbener Schanze bezeichnet den Wendepunkt des 30jährigen Krieges. aus dem Raum Werben-Havelberg-Brandenburg rückte Gustav Adolf nach Süden vor und in der Schlacht bei Breitenfeld (nahe Leipzig) am 7. September 1631 wurde Tillys Heer vernichtend geschlagen. Am 11. August verließen die Truppen um Tilly Tangermünde und gaben die Altmark auf.


Abbildung: 07, häufigste Marschrouten der Söldner durch das gebeutelte Land,[32]

Nun waren auch die Tage der Lichtensteinischen Besatzung in Kalbe gezählt. Der Güssefelder Pfarrer Joh. Rodedöwel schrieb in sein Tagebuch: "Um Jacobi (25. Juli) aus dem Abzuge aus der alten Markt das Kaiserliche Volk 3 Wochen und darüber geraubt, da zu Güssefeld 40 Thaler Werth draufgangen, den Bünischen 6 1/2 Thaler, den Vizenschen 23 Thaler 12 Groschen. Die König Schwedische Soldatesche hat ihnen das Handwerk nach gethan, da zu Güssefeld wegkommen 183 Thaler 12 Groschen Werth an Vieh und anderen Sachen..." Die Lichtensteinische Besatzung hielt sich noch bis in den Herbst in Kalbe. Als nach dem Sieg von Banner (Schweden) bei Wanzleben ihre Stellung vollständig abgeschnitten wurde, war das Ende absehbar.[33]

Am Freitag, dem 14. Oktober 1631 begann die Belagerung der Burg Kalbe durch die in der Elbschanze bei Werben liegenden Schweden unter dem Befehl des Obersten Friedrich von Rossow. Die Belagerung erfolgte mit 2 Kompagnien zu Pferde, einer Kompagni Dragoner und einer Kompagnie Fußfolk. Fast 6 Wochen konnte sich die Besatzung (ca 200 Mann) behaupten, dann musste sie am Sonntag, dem 20. November wegen Proviantmangels kapitulieren. Zwischen dem schwedischen Obersten von Rossow und dem kaiserlichen Hauptmann Hake wurden die Kapitulationsbedingungen ausgehandelt. Hake erbot sich, die Burg zu räumen, wenn der Besatzung ein freier Abzug mit allem Gepäck, fliegender Fahne, und gerührtem Spiele verstattet würde. Dieser Antrag wurde zurückgewiesen, der Oberste von Rossow verlangte eine unbedingte Ergebung. Danach mussten die Abziehenden alle Fähnlein, Ober- und Untergewehr, Munition und Kanonen sowie alle Bagage zurücklassen. Offizieren und Soldaten wurde freier Abzug gestattet, jedoch mussten sie sich verpflichten, in den nächsten 6 Monaten weder gegen den König von Schweden, noch gegen Kursachsen und Brandenburg zu dienen. Wer in schwedischen Dienst treten wollte, sollte "sein Sack und Pack" behalten. Dem Hauptmann wurde erlaubt, einen Rüstwagen mit seinen darauf geladenen Sachen und 4 Pferde sowie 2 Reitpferde mitzunehmen. Dem Leutnant wurden 2 Wagenpferde mit einer Kalesche gelassen, dem Quartiermeister und dem Fähnrich je 1 Reitpferd. Es besteht kein Zweifel, dass mehrere Soldaten sofort zu den Schweden übergetreten sind. Während der Belagerung kam es zu Schießereien, bei denen Menschen zu Schaden gekommen sind. So wurde am 11. November die Frau des Gerichtsvogts Andreas Giese begraben, die von einer von der Burg abgefeuerten Kugel getroffen, gestorben war. Am Tage nach der Kapitulation (21. November) wurde der Nagelschmied von Gardelegen begraben, "so zwey mahl mit zwey Kugel durch den Arm geschossen" gestorben war.[34]

Unter dem 22. November 1632 steht im Kirchenbuch: "3 Kinder getaufft derer Soldaten, so von der Burgk kommen, eines Hanna, das andere Christoffel, das dritte Anna-Sibilla genand, sein woll 4 Wochen in der belagerung ungetaufft gelegen." Und noch eine Eintragung bezieht sich auf die Belagerung: "Decembris 10. Ein Medlein, so die Kayserischen im abzuge hinterlaßen, begraben, deßen Vater und Mutter waren schon gestorben." In der Zeit der Belagerung starb auch die wohl damals älteste Einwohnerin der Stadt, die alte Kuhhirtin, die 109 Jahre alt geworden war, geboren also um 1522.[35][36]

Interessant ist das Schreiben welches Pappenheim mit verhaltener Wut von Womirstedt aus an die kurfürstlichen Kommissare richtete: "!er habe aus guten gegen der armen alten Mark tragenden affectionen die Ganision aus Stendal und Gardelegen dem General Tilly zugeführt, damit das Land nicht ganz ruinieret würde. Sie sollten sich aber bei dem Kurfürsten dahin verwenden, daß diese und andere Örter nicht wieder von dem Schwedenkönige okkupiert würden, sonst würde die kaiserliche Armmee nach ihrer Verbindung mit dem italienischen Volke den Kriegsschauplatz wieder dahin verlegen und das Land aufs neue in total Ruin und jämerlich Verderben gesetzt werden.“ Der brandenburgische Kurfürst war zu einem Prellball geworden. Seine Beschwerden nützen wenig, er wurde benutzt und seine Unterthanen mussten leiden.


Abbildung: 08, nach einer Karte von Schmettau von 1767, mit dem eingezeichnetem Burgbereich, inkl.der Schanzen
am Schanzgraben bei Wernstedt, der Schanze an der Fossfleete, der Uhlenburg und der Schanze am Schanzgraben
im Süden der Stadt[37]


Der Landeshauptmann der Altmark Thomas von dem Knesebeck nahm den Bericht von der Übergabe der Burg an die Schweden zum Anlass, den Kurfürsten zu bitten, wegen der Burg Kalbe eine Entscheidung zu treffen. Entweder sollte der Kurfürst "das Haus Calbe mit seinem Volk (also kurfürstlichen Truppen) besetzen oder aber die Festung einwerfen und rasieren lassen". Er schrieb dann weiter: "Allhie im Lande ist von abgemeldtem Hause männiglich so großer Schade und Ungelegenheit zugefügt worden, dass wir nichts mehr wünschen, als dass die Werke gänzlich demoliert werden möchten. So hat man allbereit von etlichen Jahren her gesehen, dass alle Parteien so ins Land kommen, sich um obgedachtes Haus angenommen, weil sie daraus die umliegenden Örter brandschatzen und in Contribution setzen können, welches durch die Demolierung leicht und ohne Unkosten ins Künftige verhütet werden kann und wird sich niemand sobald unterstehen, es wieder fortifizieren, daraum, dass es mitten im Lande gelegen und an allen Orten kann umbzogen werden." Diese Empfehlung war einsichtig und die kurfürstliche Regierung nahm sie auf, um mit der schwedischen Regierung zu verhandeln, denn noch hielten die Schweden die Burg besetzt. Von dort kam dann die Zusage, die Burg zu räumen und die Erlaubnis, dass die Burg geschleift werden könne. Diese Verhandlungen waren die Voraussetzung für den Befehl des Kurfürsten, dass die Burg abgerissen werden müsse. Inzwischen hatten die von Alvensleben - sicherlich viel zu spät - Gegenvorstellungen unterbreitet. 3 Gründe für die Erhaltung der Burg führten sie ins Feld:

1. Die Wälle und der Abbruchschutt würden nicht ausreichen, die Gräben zuzuschütten.
2. Die Familie hätte in vielen Generationen ein großes Kapital in den Ausbau der Burg investiert.
3. Die Empfehlung des Landeshauptmannes resultiere aus der Mißgunst eines Teils des altmärkischen Adels, der Familie den festen Platz Kalbe neide.

Ihre Bedenken richteten die von Alvensleben am 17.6.1632 an den Markgrafen Sigismund, der sie am 26.6. an den in Ostrode weilenden Kurfürsten weiterleitete. Doch war in der Angelegenheit schon längst entschieden. In seiner Antwort vom 16.7. gab der Kurfürst den Befehl, die Burg zu zerstören. Am 27.7. 1632 räumte Oberst von Rossow mit seinen Truppen die Burg, nachdem ihm die Landschaft 1500 Taler wegen gehabter Mühe bei der Belagerung zugesagt hatte. Am 9. August 1632 forderte der Landeshauptmann Thomas v. d. Knesebeck sämtliche Dorfschaften der v. d. Schulenburg zu Beetzendorf und Apenburg, der Alvensleben, der Bartensleben und die des Rats zu Gardelegen in der Landreiterei Salzwedel bis nach Calvörde hin auf, sich Mann für Mann mit dem Schulzen an der Spitze am 19. August abends in Calbe einzustellen, sich bei dem Ingenieur Ludolf Hitzacker zu melden und mit Lebensmittel auf drei Tage zu versorgen. Jedes Dorf sollte einen Spaten oder eine Schippe mitbringen. Für die Ausbleibenden wurden folgende Strafen festgesetzt:

20 Gulden für eine ganze ausgebliebene Gemeinde, 5 Gulden für einen Schulzen, 3 Gulden für einen Ackersmann, 2 Gulden für einen Kossaten oder Einwohner. Die Demolierung sollte vom 20–22. August 1632 vorgenommen werden.[38]

In einer Akte von 1659 heißt es: "Durch Schleifung der Wälle und Ruinierung der Befestigung ist verursacht worden, dass die von Alvensleben, so auf dem Schlosse vormals und zwar auf fünf unterschiedenen Gebäuden gewohnet, so doch alle nur einen Aditum oder Tor und Brücken gehabt, sich auf ihre Vorwerke begaben und das Schloss ledig stehen lassen, welches darüber sehr eingangen und nach und nach verfället“. Es wurde also nur die Befestigung zerstört, nicht das Schloss selbst, das erst im Laufe der Zeit verfiel, weil es nicht mehr bewohnt wurde, und später als Steinbruch diente. 1635 wurden noch einmal zwei Pförtner für die Burg bestellt.

Bereits am 19. August wurde mit der Zerstörung durch die dazu aufgebotenen Landleute aus dem ganzen Kalbeschen Gerichtsbezirk begonnen. Mehrere Monate war man mit der Abtragung der Burg beschäftigt. Am 5. November wurde "eine Frau von Berckau, so bey Demolierung des walles alhie zu thot gefallen" begraben. Gebhard (XXIV) v. Alvensleben richtete sich auf einem seiner Vorwerke häuslich ein.

Die Hoffnung des Landeshauptmanns Thomas v.d. Knesebeck, dass man dem Lande durch die Zerstörung der Burg Ruhe verschaffen könne, da die Burg seither auf die Kriegesvölker wie ein Magnet gewirkt habe und alle bestrebt gewesen seien, sie in ihre Hand zu bekommen, hat sich durchaus nicht erfüllt. So gründlich konnte die Burg gar nicht zerstört werden, als dass nicht immer wieder Truppen versuchten, den wichtigen Übergang über die Milde bei Kalbe zu erreichen. Unbewaffnet wirkte nun Kalbe und seine Umgebung wie offenes Land. Die schlimmsten Kriegsjahre standen den Menschen noch bevor und es scheint so, dass sie allen, was die Menschen bis dahin durchlebt und erlitten hatten, weit in den Schatten stellten. Der Soldat führte das Wort im Munde: "Es brauchte jeder drei Bauern, einen, der ihn ernährte, einen, der ihm ein schönes Weib beschere, und einen, der für ihn zur Hölle fahre“.

Am 5. Dezember 1632 wurde im ganzen Lande ein Dank-, Buß- und Bettag gehalten, war doch durch die Schlacht bei Lützen am 6. November der Druck der kaiserlichen Armeen auf das Land vorübergehend abgewehrt. Allerdings wirkte es wie ein Schock, dass König Gustav Adolf von Schweden in der Schlacht gefallen war. In der Schlacht fiel auch der kaiserliche Herrführer Pappenheim. In den Jahren 1633 bis 1634 herrschten einigermaßen erträgliche Zustände, obwohl neue Abgaben (Scheffelgroschen) das ausgeplünderte Land schwer belasteten.

Nachdem 1632 Tilly in der Schlacht bei Rain tödlich verwundet wird, überträgt der Kaiser Wallenstein wiederum das Oberkommando um ihn 1634 abzusetzen und zu ächten. Wallenstein wird am 26. Februar 1634 in Eger ermordet. Die Durchzüge der Truppen waren seltener geworden. In der Nacht vom 30. zum 31.10.1634 liegen 150 Mann durchziehender Soldaten in Kalbe im Quartier. Im Frühjahr 1635 bahnt sich jedoch eine Entwicklung an, die das Land vollständig ruinieren sollte. Kurfürst Georg Wilhelm schließt am 30. Mai 1635 in Prag mit dem Kaiser einen Sonderfrieden, dem Lande die Neutralität, die der Kurfürst schon bei Beginn des Krieges zu wahren versucht hatte, wieder gewinnen soll. Kursachsen tritt offen auf die Seite des Kaisers. Die Schweden sehen das als Verrat an der evangelischen Sache an und erklärten beide Kurfürstentümer als Feindesland. Der schwedische Feldmarschall Baner stand damals mit seinen Truppen in der Gegend um Magdeburg. Als nun im August 1635 der Kurfürst Johann Georg von Sachsen gegen ihn vorrückte, zog er sich langsam durch die Altmark ins Lüneburgische zurück, nicht ohne dem Lande zuvor schwere Kontributationen abzufordern. Im Oktober 1635 rückten die sächsischen Truppen in die Altmark ein und "hausten erbärmlich". Sie plünderten aller Orten und schonten selbst die Kirchen nicht. Kalbe erlebte am 11. Oktober 1635 eine verheerende Plünderung durch die Sachsen. Mit dem erbeuteten Vieh und Korn trieben die Soldaten in dem völlig verarmten Land einen schwunghaften Handel und was sie nicht mitnehmen konnten, wurde sinnlos zerstört. Unter den Altmärkern machte damals die Redewendung die Runde:

"Hans Georg Churfürst von Sachsen
thut uns Altmärker wacker placken"

An der Elbe bei Dömitz wurde der sächsische Vormarsch gestoppt und nun rüsteten die Schweden sich, die kursächsischen Truppen wieder nach Süden zu drängen. Als Bilanz des Jahres 1635 schrieb der Güssefelder Pfarrer Rodedöwel in sein Tagebuch: "ah misserimus annus!" (Oh du Elendsjahr!). In Güssefeld z.B. war die Hälfte der Hofstellen verwüstet. Und so sah es in allen altmärkischen Dörfern aus. Oft wussten sich die Menschen nicht anders zu helfen, als mit ihrer letzten Habe in unwegsames Gelände zu flüchten. Solche Zufluchtsorte waren in unserer Gegend der "Mehriner Busch" und das "Karritzer Holz".

1635 wird der Prager Frieden zwischen dem Kaiser Ferdinand II. und dem Kurfürsten Johann Georg I. unterzeichnet, dem im Laufe der Zeit fast alle protestantischen Fürsten beitreten. Mit der Unterzeichnung des Prager Friedens hört der 30jährige Krieg auch formal auf ein Religionskrieg zu sein, da sich mit diesem Vertrag auch die deutschen Protestanten mit dem Kaiser im Kampf gegen die Schweden zusammenschließen.

Es beginnt die letzte Etappe der Schwedisch – Französische Krieg (1635 - 1648)

Im Frühjahr 1636 rückten die Schweden wieder in die Altmark ein. Feldmarschall Baner schlägt sein Hauptquartier in Tangermünde auf, einen großen Teil seines Heeres lässt er auf dem Felde bei Kakerbeck lagern. Damals schrieb der Inspektor Simon Struve ins Kirchenbuch: "Weil den 25. May (1636) die plünderung alhie sich stark angehoben ist M.Simon mit seiner Frau und Kindern in der nacht nach Gardeleben gezogen und weill am folgenden Himmelfahrtstage man unchristlich mit Leuten gehandelt, alß ist fast gantz Calbe nachgefolgt, daselbst sein an pocken etliche gestorben und begraben." einen Monat muss damals die Stadt fast menschenleer gewesen sein, denn erst am 26. Juni erfolgte die nächste Eintragung einer Beerdigung ins Kirchenbuch. Aus den Bemerkungen, die Struve hin und wieder ins Kirchenbuch eingetragen hat, kann man ersehen, dass er ein Mann war, dem Feindseligkeiten und Streit, Unregelmäßigkeiten und Sittenlosigkeit zuwider waren. Trotzdem ist es dem Inspektor Struve nicht erspart geblieben, dass es zwischen ihm und seinen beiden Amtsbrüdern im Archidiakonat (Michael Dahle) und Diakonat Johannes Beyer zu Differenzen über das Beichtsitzen kam. Gelegentlich der Visitation im Jahre 1648 sind diese durch die Visitatoren dahin beigelegt worden, dass "den beiden Diakonis das Beichtsitzen allein verbleiben sollte, während der "Pastor" sich das Beichtsitzen auf die 4 Feste Neujahr, Ostern, Johanni und Michaelis vorbehielt, wie ihm auch freistehen sollte, den Patronis, den Alvenslebischen Richter und Fremden, die es von ihm begehren würden, die Beichte zu hören.[39]

Pfarrer Rodedöwel berichtet: Ein schwerer Tag war der 29.Juni 1636. Eine Abteilung Sachsen aus der Beetzendorfer Gegend kommend schleppten zwei sonderliche Gefangene mit sich, den Dorfschulzen von Jeggelewen und den von Jischow (Giechau). Mit einem Strick an den Steigbügel eines Reiters gebunden mußten die Unglücklichen neben ihrem Peiniger bald im Schritt bald im Trab einherkeuchen. Wahrscheinlich hatten ihre Bauern nicht genügend Vieh zusammen gebracht und die Soldaten hatten die Schulzen als Geiseln mitgenommen mit der Drohung sie zu erschießen, wenn das Geforderte nicht in kürze nachgeliefert würde. Die Frist war nun abgelaufen, so wurde ohne Erbarmen draußen auf dem Felde bei Bühne die Hinrichtung vollzogen, die Erschossenen aber noch am selben Tage auf dem Kirchofe christlich bestattet.[40]

In der Kirchturmspitze in Kalbe findet sich in einem Brett 2 m unter dem Helm eine bemerkenswerte Inschrift: "Hans Stier ano 1636 den Mont May haben die Burger Wacht halten, haben die Schweden das Land plundert". Hans Stier war Kastenherr und Kirchenvorsteher (+ 1678). Im Pestjahr 1636 starben ihm die Frau und 4 Kinder, sein Name steht auch auf der Glocke von 1647.


Abbildung: 09; Statistik der Geburten, Heiraten und Todesfälle,[41][42]

Allein im Pestjahr 1636 starben in Calbe 153 Menschen an dieser Geißel der Menschheit. Mit Ausnahme des Pestjahres 1636 werden im Kirchenbuch im Durchschnitt pro Jahr 15 Todesfälle eingetragen, herausstechen in diesem Zeitraum die Jahre 1631 mit 40 und 1642 mit 43 Sterbefällen.[43]
Die Bezeichnung Pest ist aber damals wahrscheinlich eher eine zusammenfassende Bezeichnung einer Krankheit, die bei ihrem Auftreten hohe Sterberaten verzeichnete. Nach einem Vortrag von Herrn Dr. Ruff, Salzwedel im März 2014 im Danneil Museum Salzwedel zu Magister Christopherus Germanus (1530-1602), den ersten Arzt der Alten und Neuen Stadt Salzwedel, können diverse Krankheiten die als Pest bezeichnet werden eher einer Grippeepedimie zugeordnet werden.

Unterdessen waren die Schweden, die bis Magdeburg vorgedrungen waren, von den sächsischen Truppen wieder zurückgeworfen worden. Ende Juli 1636 wurde Kalbe von Truppen des sächsischen Oberstleutnants Unger besetzt. Ende August, als die Pest, die sich in der zweiten Jahreshälfte rasend schnell über die ganze Altmark ausbreitete, brach eine entsetzliche Hungersnot aus. Meilenweit schweiften die Soldaten umher und suchten von den Landbewohnern unter den fürchterlichsten Qualen Geld und Lebensmittel zu erpressen.

Nach der Schlacht bei Wittstock in der das sächsich-kaiserliche Herr eine schwere Niederlage durch den schwedischen Feldherrn Baner erlitt, wurden sie 1636 von Schweden abgelöst. Im Februar 1637 sah sich Calbe mit schwedischem Volk unter Führung des Rittmeisters Brinck belegt. Ein anderer Rittmeister vom Regiment des Herzogs Franz Carl zu Sachsen befreite die Vorwerke von Einquartierung und schützte den Flecken "mit einer Reuter- Saluegardiern“. Es kam zu schweren Bedrückungen und Ausschreitungen durch die verbündeten Schweden. 1637 konnte durch einen Vertrag erreicht werden, dass die Schweden die Altmark räumten. An ihre Stelle traten brandenburgische Truppen. In Kalbe liegen im Oktober bis Dezember 1637 Soldaten des Dragonerobersten Klitzing im Quartier. Die Angaben waren durch die Einführung der sogenannten Kriegsmetze noch drückender geworden. Seit dem 12.3.1637 musste von jedem Scheffel Korn, der zur Mühle gebracht wurde, außer der bisherigen Mahlmetze noch eine Metze zusätzlich abgeliefert werden. 1637 trat darüber hinaus eine noch nie dagewesene Mäuseplage auf. Anfang 1638 befanden sich noch brandenburgische Truppen in Kalbe, die aber im Frühjahr vor der erneut heranrückenden sächsischen Armee zurückwichen. Im Mai 1638 hält kurze Zeit die sächs. Kompagnie des Hauptmann Rudolff Kalbe besetzt.

Der Krieg war schon längst kein Religionskrieg mehr auch kein Krieg der kaiserlichen gegen die protestantischen Fürsten, er wurde immer mehr ein Krieg der Spanier, Österreicher, Franzosen, Schweden und Dänen. Ein Krieg wo jeder gegen jeden kämpfte.

1638 ist aber auch das Jahr, in dem immer stärker in Erscheinung trat, dass die leidgeprüfte Bevölkerung sich zu wehren beginnt. In verschiedenen Teilen der Altmark bildeten sich freiwillige Landwehren auch in der Gegend von Salzwedel, im Kalbeschen Werder und später auch um Stendal bildeten die Bauern Abteilungen zu Fuß und zu Pferde, setzten Burgwälle und Verschanzungen in stand und gelangten immer mehr an Waffen. Während um Stendal der Landreiter Lorenz Bundsche die Bauernwehr befehligte, war es im Kalbeschen Werder der Freischulze Joachim Stappenbeck aus Jeetze. Vor allem gegen die herumziehenden, plündernden Soldatentrupps erzielten die Bauern nachhaltigen Erfolg. War es jahrelang so gewesen, dass einige wenige Soldaten ganze Dörfer in Angst und Schrecken versetzten und die Bevölkerung widerstandslos alles über sich ergehen lassen musste, war die Altmark bald bei den Marodeurs und Marketendern gefürchtet, schlugen doch die ausgeplünderten Bauern jeden Soldaten tot, dessen sie habhaft werden konnten. Selbst größeren Truppenbewegungen haben sie mit Erfolg Widerstand geleistet. Bekannt geworden ist die befestigte Linie von Mechau bis an die Biese, die im Juni 1640 zeitweise von 3.000 Bauern besetzt war. Damals sang man unter den Bauern den Vers:

Vör Mechau in de Heide
do is'n scheunen Plon,
do hört'n alle Morgen
de Sweden Trummel slon.

Verschiedene Aktionen der Bauernwehr zeigt die ganze Verzweiflung, in der die Menschen damals waren:
Am 3. März 1638 wird berichtet, dass 300 Bauern das kaiserl. Crigonische Regiment angriffen, das sich auf dem Marsch von Steimke über Gardelegen nach Haldensleben befand. Am 16. Juli 1638 greifen Bauern marschierende Truppen an, wobei etliche Bauern und ein Rittmeister gefallen sind.
Am 9. Juli 1639 weigerten sich die Bauern für die Schweden Fuhrdienste zu übernehmen und fingen bei Apenburg 8 Fouragewagen ab.
Im Januar 1642 haben die Bauern an verschiedenen Orten 1.000 Reiter erschossen.
Im Februar 1642 haben die Bauern bei Weteritz einen Trompeter erschossen. Als die Täter bei Mieste verhaftet waren und nach Kalbe zum Gericht gebracht werden sollte, haben sie die Bauern wieder befreit. [44]

Leider ist über die Bauernwehr des 30jährigen Krieges noch viel zu wenig bekannt. Ob Bürger aus Kalbe an der bäuerlichen Landwehr beteiligt waren, ist noch nicht zu ermitteln gewesen, aber es ist höchst wahrscheinlich. Die Jahre 1639 und 1640 brachten der Altmark etwas Ruhe, nicht zuletzt dank der energischen Gegenwehr der bäuerlichen Landwehr. Außerdem hatte der 1640 zur Regierung gelangte Kurfürst Friedrich Wilhelm (der Große Kurfürst) mit den Schweden in Hamburg im Juli 1641 einen 2 jährigen Waffenstillstand geschlossen.

Im Frühjahr 1640 sendete der kurfürstliche Statthalter Graf Dietrich von Schwarzenberg 150 Reiter mit dem Auftrag die Mauern der Stadt Werben niederzureißen, damit sie nicht zur Deckung einer feindlichen Armee dienen könnten. Die äußere Mauer wurde mit Winden und Schrauben umgestürzt, in die zweite Mauer waren schon Löcher eingehauen, als ein Gegenbefehl eintraf. Am 23. Juli 1641 war es dann hier auch soweit, der Kurfürst lies die Werbener Schanze unter Befehl von schleifen. Dazu wurden ähnlich wie bei Kalbe alle Bauern der Umgebung aufgeboten und in 14 Tagen war die begonnene Arbeit vollendet.


Abbildung: 10, Die werbener Schanze,[45]

Im Frühjahr 1642 sollte die Altmark das letzte Mal in diesem verheerenden Kriege in Unruhe versetzt werden. Die schwedische Armee stand im Lüneburgischen, fand aber dort nicht genügend Verpflegung. Da beschloß der General Torstenson 60 bis 70 altmärkische Dörfer, vor allem im Westen der Altmark, mit Besatzung zu belegen. Im Kirchenbuch von Kalbe werden im Frühjahr 1642 auffallend viele Flüchtlinge aus Apenburg, Bismark, Estedt, Flessau, Holzhausen, Schenkenhorst, Zichtau, Wiepke, Gr. Engersen, Apenburg und Bismark genannt. Einwohner aus Ballerstedt, Primern, Lohne, Kassuhn, Molitz, Diepekolk, Salfeld, Lüge, Thüritz flüchten nach Jeetze und Siepe, in Güssefeld und Bühne werden Flüchtlinge aus Poppau, Kakerbeck, Badel, Jeggeleben, Mösenthin, Salfeld und Depekolk aufgenommen. Besonders groß ist die Zahl der Flüchtlinge aus Bars und Sallenthin, welche Dörfer damals wahrscheinlich ganz verlassen gewesen sind. Auch Leute aus Schmersau und Biesenthal, wo die Soldaten gleichfalls übel gehaust haben müssen, hatten sich auf dem Werder eingefunden. Der damalige Prediger von Schmersau hat im Kirchenbuch von Güssefeld einige Bemerkungen darüber gemacht, daß er 15 mal von den Kaiserlichen ausgeplündert sei und schließlich nichts mehr behalten habe.[46]
Busso XIII. von Alvensleben kommt nach Calbe zurück.[47]

Torstenson lag im Januar 1642 noch in Salzwedel (seine Frau hat dort ein Kind geboren.[48]
Der kaiserliche Generalissimus Erzherzog Leopold Wilhelm und General Piccolomini zogen ihm aus dem Magdeburgischen entgegen. Wieder waren es die Bauern, denen es gelang, die Biesepässe in der Nähe von Calbe mit Hilfe von zwei schwedischen Regimentern unter Königsmarck so erfolgreich zu verteidigen, dass die Kaiserlichen den Rückzug über die Elbe antraten. Die Calbeschen Pässe bei Vahrholz, Güssefeld und Hagenau, wie die Brücken bei Beese und Plathe schützte der Freischulze Joachim Stappenbeck ausJeetze, genannt der "!Werdersche Kommandant“ mit seiner Schar, ein Mann von vierzig Jahren.Über ihn enthält das Güssefelder Kirchenbuch eine kurze Bemerkung, aus der wir entnehmen können, daß der Freischulze von Jeetze strenge Mannenszucht in seiner Truppe gehalten hat. Es heißt da im Sterberegister anno 1642 ; den 20. Februar Simon Büstes Sohn Hans begraben, so dazumal in der großen Kriegsgefahr von Stabbenbecken zu Jeetze in unserm Kroge (seinem Bericht nach ungerne) erschoßen worden.[49]

Den Anstrengungen der Bauernlandwehr, wie auch der geschützten Lage des Calbeschen Werders war es zuzuschreiben, dass inmitten aller Verwüstungen und Lockerung der Ordnung hier leidliche Zustände herrschten. Im Gegensatz zu anderen Teilen der Altmark erfuhr das kirchliche Leben keine Unterbrechung.


Abbildung: 11, Kriegsschauplätze,[50]

Als die Schweden im März 1642 aus dieser Gegend abziehen, gehen Groß Engersen und Kakerbeck[51] und viele Schulenburgische Dörfer in Flammen auf. Estedt wurde vollständig ausgeplündert. Trotzdem blieben kleine schwedische Besatzungen, in Gardelegen(bis 1650), Werben, Tangermünde und an einzelnen Orten bis zum Kriegsende zurück.[52] Im Sommer 1644 plünderten die Kroaten unter Gallas noch einige Mal die östliche Altmark. Unter Horn, Torstenson und Wrangel lagen schwedische Truppen 1645, 1646 und 1647 wieder in Salzwedel. Vorübergehend gelangten streifende Scharen auch auf den Calbeschen Werder. Achtzehn Jahre lang, von 1626 bis 1644, hatte der Werder den Krieg auf das Furchtbarste zu fühlen bekommen. Erst im August 1650 rückte die letzte schwedische Besatzung unter dem Obersten Tobias Duwald aus Gardelegen ab. Am Sonntag, d. 6. November 1650 läuteten die Glocken Kurbrandenburgs endlich den Frieden ein.


Abbildung: 12, Übersichtskarte der Altmark,[53]

Allgemeine Kriegsmüdigkeit ließen die Großmächte an Friedensverhandlungen denken, die im Frieden von Münster und Osnabrück 1648 ihren Abschluss fanden. Die Verwüstungen, die der Krieg hinterließ, waren unübersehbar. Die Altmark hatte der Krieg mehrere Hundert Millionen Taler gekostet. Unter den altmärkischen Städten hatte Osterburg zweifellos an meisten gelitten. Erst langsam wich der Druck von dem verarmten, zertretenen Lande. Noch 1651 musste der Landeshauptmann von dem Knesebeck den Kurfürsten bitten, der noch andauernden Einquartierung einheimischer und fremder Kriegsvölker entgegenzutreten.
Schulen fanden sich bei der Kirchenvisitation 1646 nicht mehr. In einer Verordnung 1648 wies der Kurfürst die v. Alvensleben in Calbe an, die wüst gewordenen Stellen wieder mit Bauern zu besetzen. Ein Verzeichnis der noch vorhandenen und der verödeten Höfe in ihren Dörfern war einzureichen; die wüsten seien wieder in Betrieb zu setzen oder mit den noch bewirtschafteten zu verbinden. Es dauerte Jahrzehnte, die Schäden einigermaßen zu heilen“. Noch 100 Jahre nach Beendigung des Krieges gab es in vielen Dörfern "wüste Hofstellen", die erst nach und nach besetzt werden konnten.

Paul Gerhardt hat 1648 die Verse gedichtet:

Gott Lob, nun ist erschollen
das edle Fried- und Freudenwort,
dass nunmehr ruhen sollen
die Spieß und Schwerter und ihr Mord.
Wohlauf und nimm nun wieder
dein Saitenspiel hervor,
o Deutschland, und sing Lieder
im hohen, vollen Chor.
Erhebe dein Gemüte zu deinen Gott und sprich:
Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich.



Zeitleiste

ZeitKalbeAltmarkÜberregional
1565Musterungen
1588Musterungen
1594Salve Guardia vom Kaiser für v. Alvensleben
1601Forderung noch doppeltem Roßdienst
1610Revidierung der Musterungen
1618, 23.Mai.Fenstersturz zu Prag
1618Anordnung des Kurfürsten das Land nicht zu verlassen
1619, 27.Aug.Wahl des Kurfürsten Friedrich V v. on der Pfalz zum König von Böhmen
1619, 28.Aug.Ferdinand der II. wird zum deutschen Kaiser gewählt
1620Bewilligung Aufstellung 300 Reiter 1000 Mann Infanterie
1620, 29 Jan.Friedrich von der Pfalz wird durch den Kaiser geächtet
1620, 08.Nov.Schlacht am weißen Berg, bei Prag
1620Heirat Gustav Adolf mit E. M von Brandenburg
1621, 12.Apr.Auflösung der protestantischen Union
1622Kipper, Wipper Unruhen in Ga, Saw, Werben, Tangerm
1623Revidierung der Musterungen
1624MißernteMißernte
1625Dänisch Niersächsischer Krieg 1625 - 1630
1625, 07.Apr.Wallenstein tritt in kaiserliche Dienst und wird Oberbefehlshaber
1625, JuniChristian der IV v. Dänemark tritt in den Krieg ein
1625, 19.Okt.Befehl die Burg Kalbe in Verteidigungszust. zu setzen
1625, 28.Dez.Beschluss zum Einsatz von kriegserf. Männern auf Burg Kalbe
1626, 02.Febr.Besetzung von GA durch brandenburgische Truppen
1626, 06.Febr.Aufforderung von Bimbach SAW zu öffnen
1626, 07.Febr.Aufforderung zur Besetzung Burg Kalbe
1626, 15.Febr.Öffnung der Tore von SAW
1626, 16.Febr.Besetzung der Burg Kalbe durch Hauptmann Lex
1626, 17.Febr.Besetzung Burg Tangermünde
1626, 19.Febr.Aufforderung zur Besetzung von Sdl
1626, 23.Febr.Besetzung von Sdl
1626, 27.März.Eroberung Burg Rogätz
1626, MaiSchantzen auf dem Werder, Plünderungen
1626, JuniRote RuhrRote Ruhr
1626, 17.Aug.Schlacht bei Lutter am Barenberge, Tilly besiegt Christian IV v. Dänemark
1626, 03.Sept.Abzug der Dänen aus Kalbe
1626, 20.Sept.Brandenburger Truppen unter Hptm Wins besetzen Kalbe
1626, Oktob.kaiserliche Truppen rücken in die Altmark ein
1626, 17.Okt.Plünderung Kloster Diesdorf
1626, 18.Okt.Besetzung von Saw durch kaiserliche Truppen
1626, 23.Okt.Oberst Bodendieck vor Tangermünde
1626, 07.Nov.Oberst Bodendieck vor Sdl
1626, 07.Nov.Besetzung von Osterburg
1626, 09.Nov.Truppen des Herzog von Lüneburg besetzen Ga
1627Heirat von Guilleth, Geschützmeister auf der BurgIm Frühjahr besetzen die Dänen den Havelberger Dom
1627, JuniBeginn des Krieges zwischen Frankreich und England
1627, 10.Aug.Taufe des Kindes eines kurfürstl. Soldaten
1627Besatzung der Burg Kalbe sind brandenburgischen Truppen
1627, HerbstWallensteiner verlassen die Altmark
1627, 05.Dez.Pappenheimer besetzen Ga
1627, Dez.Pappenheimer in Sdl, Osterburg, Tangermünde und Saw
1628Besetzung der Burg Kalbe mit brandenburgischen Truppen
1628, EndeKalbe und der Werder werden durch Pappenheim besetzt
1629, 06.Mrz.Kaiser Ferdinand der II. verkündet das Restitutionsedikt
1629, 18.Mrz.Patenschaft und Heirat eines Pappenheimers in Kalbe
1629Pappenheims Gemahlin Ga
1629, 22.Mai.Friedensvertrag von Lübeck
1630der schwedische Krieg 1630 - 1635
1630, 04.Jul.Gustaf Adolf landet auf Usedom
1630, 06.Sept.Wallenstein wird auf dem Reichstag als Oberbefehlshaber des kaiserl. Heeres entlassen
1630Dänemark scheidet aus dem Krieg aus
1630, 16.Mrz.Brief v.d. Knesebeck an Tilly
1630, Apr.Abzug der Pappenheimer aus der Altmark
1630, 12.Aug.Besetzung der Burg Kalbe mit dänischen Truppen
1631, 27.Jul.Gefecht bei Burgstall, Vier kaiserlich-ligistische Regimenter zu Pferd werden in einem nächtlichen Überfall von Gustav Adolfs Kavallerie geschlagen.
1631, 10.Mai.Besetzung und Zerstörung von MD durch Tilly
1631, 13.Aug.Lichtensteiner in Kalbe und der Altmark, Beerdigung in KalbeFertigstellung der Werbener Schanze durch die Schweden
1631, 27.Aug.Gefecht bei Werben, Tilly stürmt vergeblich das Lager von Gustav Adolf
1631, 07.Sept.Schlacht bei Breitenfeld, Tilly wird geschlagen
1631, 14.Okt.Belagerung von Kalbe durch die Schweden
1631, 20.Nov.Kapitulation der Lichtensteiner, Besetzung der Burg durch Schweden
1631in Kalbe sterben 40 Menschen, doppelt soviel wie in normalen Jahren
1632, 17.Jun.Bedenken der v. Alvensleben gegen Schleifung der Burg
1632, 16.Jul.Befehl die Burg zu zerstören
1632, 27.Jul.die Schweden räumen die Burg
1632, 19.Aug.Zerstörung der Burg
1632, 06.Nov.Schlacht bei Lützen, Gustav Adolf und Pappenheim sterben
1632kaiserl. Oberkommando nach tödlicher Verwundung von Tilly wieder an Wallenstein
1634, 26.Febr.Wallenstein wird in Eger ermordet
1634, 30.Okt.150 Mann durchziehende Truppen liegen in KalbeMärz - Der Kurfürst hält sich in Sdl auf
1635Bestellung von 2 Pförtnern für die Burg
1635, 11.Okt.Plünderung durch die Sachsen
1636, Frühj.Schweden rücken in die Altmark ein
1636, MaiBürgerwacht gegen die Schweden in Kalbe
1636, Jul.Kalbe wird durch die Schweden besetzt
1636, 04.Okt.Plünderung von Osterburg durch die SchwedenSchlacht bei Wittstock, schwedische Truppen siegen über kaiserliche Truppen
1636Pestjahr in Kalbe 153 Menschen sterben
1636, Aug.Sächsische Truppen stehen in Sdl, Tangermünde und Osterburg
1637, Febr.Schweden liegen in Kalbe
1637die Schweden räumen die Altmark
1637, Okt.Brandenburger liegen in Kalbe
1638, Mrz.Brandenburger liegen in Kalbe
1638, Mrz.Bauernwehr, Angriff auf kaiserliche Truppen
1638, Maieine sächsische Kompagnie hält Kalbe besetzt
1638, Jul.Bauernwehr, Wiederstand auch gegen Schweden
1640, 03.Febr.Kurfürstentag in Nürnberg
1640, Frühj.Befehl zum Abriss der werb. Schanze inkl. Gegenbefehl
1640, 01.Dez.Kurfürst G.W. von Brandenburg stirbt Nachfolger wird Friedrich Wilhelm von Brandenburg
1641, Jul.Waffenstillstand des großen Kurfürsten mit den Schweden
1641, Jul.Abriss der werbener Schanze
1641, -Okt.Reichtstag in Regensburg, Die deutschen Fürsten distanzieren sich allmählich von den Vereinbarungen des Prager Friedens und entziehen dem Kaiser zum Teil ihre Unterstützung.
1642, Frühj.Einfall des schwed. Generals Torstenson in die Altmark, Osterburg wird geplündert, Oberst von Seckendorf wird in SAW hingerichtet.
1642, Mrz.Kakerbeck und Gross Engersen gehen durch Schweden in Flammen auf
1643Beginn des schwedisch-dänischen Krieges
1644, Jul.Kroaten plündern die östliche Altmark, zum letzten mal rückt eine kaiserliche Armee in die Altmark ein.
1644, Jul.Osterburg wird von drei Kroatenregimentern vollständig ausgeplündert.
1645, 06.Sept.Waffenstillstandsvertrag zwischen Schweden und Sachsen
1645schwedische Truppen liegen in SAW
1646schwedische Truppen liegen in SAW
1647schwedische Truppen liegen in SAW
1647, Okt.schwedische Truppen ziehen aus SDL ab
1648, 24.Okt.Frieden von Münster und Osnabrück
1650, Aug.die letzen schwedischen Truppen ziehen aus GA ab.
Legendemilit. Besatzung
BrandenburgSachsenKaiserliche
SchwedenDänen

Während der Zeit des Krieges sind in Kalbe folgende Personen bekannt.

Familie von Alvensleben
Bei Ausbruch des großen Krieges herrschten in Calbe komplizierte Besitzverhältnisse.br> Ludolf XIV. auf Hundisburg folgten 1623 seine Söhne Gebhard und Heinrich Julius, die ihren Gesamtbesitz bis 1634 gemeinsam verwalteten. Auf Gebhard XXII. auf Neugattersleben hatte 1609 sein Sohn Kuno, der Magdeburgische Domherr, der 1638 starb, in Calbe die Nachfolge angetreten. Dessen Anteil verkauften seine Erben Gebhard XXV. und Christian Ernst, beide auf Neugattersleben, an Heinrich Julius auf Hundisburg. Von dessen Tode 1645 ab vereinigte Gebhard XXIV. den gesamten Anteil des Ludolfschen Astes an Calbe in seiner Hand, während sein Versuch, den Asseburgschen Pfandanteil, nämlich das "Asseburgsche Vorwerk“ in Calbe, dazu Berge, Schenkenhorst und Vienau einzulösen, misslang. Dagegen löste Heinrich Julius den durch Kuno an Rudolf v. Bünau verpfändeten Anteil wieder ein. Den Anspruch auf den Asseburgschen Pfand erbten nach dem Tode von Elias II. 1654 Gebhard XXIV., Busse VIII. auf Zichtau und Ludolf XVI. auf Erxleben. Den Anteil des Joachimschen Astes besaß Joachim Werner I. von 1613 ab zusammen mit seinen Brüdern Levin Ludolf I. und Busse XIII., von 1625 bis 1639 mit Busse, der bis 1654 lebte, gemeinsam. Hauptbesitzer zur Zeit des Großen Krieges waren also Gebhard XXIV. (1623–1667), Heinrich Julius (1622–1645), Joachim Werner I. (1613–1639), dem 1639–1675 sein Sohn Ludolf Burchard I. folgte, und der Domherr Kuno (1609–1638).*6

Kalbe wurde von der Familie kaum bewohnt, zumal die unterschiedlichen Linien, unterschiedliche eigene Häuser auf der Burg besaßen.

So stand es zu Beginn und während des Großen Krieges um die Burgherren zu Calbe. Kein Zweifel, dass die Lehnsträger an der Hauptkatastrophe, die Calbe während des dreißigjährigen Krieges betroffen hat – der Schleifung der Burg auf kurfürstlichen Befehl – Mitschuld tragen. Denn wenn die Burg mit ihren Außenwerken auch zu groß war, um ohne landesherrlichen Truppen gegen starke Kriegsmacht verteidigt zu werden, so blieb die Verantwortung doch Aufgabe der Burgherren. Da diese sich fast ohne Ausnahme um den Schutz ihrer auswärtigen Wohnsitze zu kümmern hatten, war die Verteidigung von Calbe unter einem Burghauptmann nur ungenügend organisiert. Die Burgherren selbst suchten schützende Städte auf, Braunschweig, Lübeck, Stendal, Gardelegen, Haldensleben, anstatt dass einer von ihnen sich gefunden hätte, den Oberbefehl selbst zu übernehmen.[54]

Pfarrer
1. Pfarrstelle
1606 – 1626Jonas Nicolai,
aus Mecklenburg, der in Helmstedt studiert
1627 – 1656Simon Struvius
gebürtig aus Estedt, studierte gleichfalls in Helmstedt
2. Pfarrstelle
1590 – 1630Jacob Beneckam,
starb im Alter von 69 Jahren, war zuständig für die Ortschaften Wernstedt, Faulenhorst und Vahrholz
1632 – 1675Michael Dahle
stammte aus Zichtau, studierte in Wittenberg, am Tag als der Abriß der Burg begann, hat er seine erste Probepredigt in Calbe gehalten.
3. Pfarrstelle
1615 – 1625Bartholomäus Pauli,
studiert in Helmstedt
1626 – 1639Wedige Wigand (Wiebeck),
war Lehrer in Kalbe und wurde später Pfarrer in Bismark
1646 – 1679Johannes Beust
als Bürgermeister waren tätig
vor 1617 - 1634 Johann oder Hans Joachim Schultz/e
Am 08.09.1617 wird er als Ratsherr in Kalbe in der Ehestiftungsurkunde des Hans Walstawe aus Altmersleben (Vorfahre von H. Krüger) mit Anne Otte Stieftochter des Jacob Schultz Thüritz genannt.( siehe LHASA MD Rep Dc Kalbe VII 2 l Nr.1 Bl. 6V-10R (8.9.1617) ). Bei Beginn des Kirchenbuches wird er als "consul", 1628 als Bürgermeister bezeichnet. Am 15.7.1634 ist er begraben worden. Während seiner Amtszeit werden als Senatoren genannt: Joachim Schulze, senator ufn Ort, an der Ecke + 1631 Joachim Schulze, senator, agricola (Bauer) auf der Neustadt, + 1633 später auch: Peter Schultze, senator, Bäcker, + 1639
1634-um 1642 Jacobus Guilleth
Zunächst war er Büchsenmeister auf der Burg, als sie um 1626 in Kriegszustand versetzt wurde. 1627 hatte er Anna Tyleke, die Tochter des Krämers Henning Tyleke geheiratet und war seit 1634 Kontroller und Bürgermeister. Jacobus Guilleth soll 1642 in Gardelegen, wohin er wegen des Krieges geflohen war, gestorben sein. Während seiner Armeezeit waren Senatoren: Peter Schultze, Henning Tyleke (sein Schwiegervater, Kaufmann und Ratsherr und Kirchenältester um 1636) Im Pestjahr 1636 starben ihm mehrere Kinder an der Pest.
um 1642 - 1649 Jacob Knape
Er wird zwar nur als Ratsherr bezeichnet, jedoch ist er in der Zeit der Einzige, woraus hervorgeht, dass er wohl das Bürgermeisteramt inne hatte. Er ist am 7.2.1649 in Kalbe begraben. (Vorfahre von H.Krüger)

Aldringer, Johann Wallensteinischer Generalkommissar, Oberst, 1588 -1634

Johann Graf Aldringer (oder Aldringen), lothringischer Oberst, später Feldmarschall des kaiserlichen Heeres und militärischer Führer der Liga-Truppen. Er war zeitweise Leiter der Heeresverwaltung. Durch seine Loyalität zum Kaiser und verwandtschaftliche Bindungen zu Gallas war er im Jahre 1634 vom Plan zum Sturz Wallensteins informiert. Aldringer stand immer auf der Seite der Gewinner. Bei der Ermordung Wallensteins vermied er es aber, eine führende Rolle einzunehmen. Er war ein Musterbeispiel eines Karrieristen und Intriganten, im Essen mäßig, ein Verächter des Weins, geizig und grausam. Aldringer stand unter dem Verdacht, kurz vor seinem Tod einen Wechsel zum Gegener vorbereitet zu haben. Er fiel bei der Verteidigung Landshuts am 22. Juli 1634. Wahrscheinlich wurde er bei dem Versuch, Ordnung in das Chaos der Verteidiger zu bringen, von seinen eigenen Kroaten umgebracht. Aldringer wurde im Kloster Bruel bei Regensburg begraben.[55]

Baden-Durlach, Georg Friedrich von, Markgraf, 1573 – 1638

war 1604 - 1622 Markgraf von Baden-Durlach und protestantischer Heerführer im Dreißigjährigen Krieg. Da er die von seinem Bruder Ernst Friedrich eingeleitete oberbadische Okkupation fortsetzte, regierte er de facto auch die Markgrafschaft Baden-Baden und war bis zur badischen Wiedervereinigung unter Markgraf Karl Friedrich 1771 der letzte Markgraf, der alle badischen Stammlande regierte.[56]

Banner, Johan, schwedischer Feldmarschall, 1596 – 1641

Schwedischer Feldmarschall. Einer der hervorragendsten Feldherren des 30jährigen Krieges, der seine außerordentliche Begabung insbesondere in spektakulären Rückzugsgefechten nachwies. Baner galt als tapfer, herrschsüchtig, ehrgeizig, stolz, skrupellos und aufbrausend. In seiner näheren Umgebung herrschten rauhe Sitten; er war ein grober, hemmungsloser Rohling. Obwohl er den Tafelfreuden sehr zugetan war, hat er sich nie so gehen lassen wie z.B. sein Gegenspieler Gallas. Seine Offiziere waren nicht immer begeistert von seiner unbeschränkten Feldherrengewalt, da er durch strenge Verordnungen (zu spät) versuchte, den Verfall der Disziplin im schwedischen Heer aufzuhalten.[57]

Baudissin, Wolf Heinrich, von, 1579 - 1646

Wulff Heinrich von Baudissin auf Rohenberg, Gallenckau und Neuenfeld wird in einigen Quellen (und Bildern) einfach Wulf Heinrich von Bauditz, Baudis und auch Baudish genannt. Er diente in den Ungarischen Feldzüge, als Leutenant der Cavallerie der Republik Venedig anno 1613 im Friaulischen Kriege, und ging 1618 wieder nach Böhmen; befand sich als Rittmeister in Diensten des unglücklichen Königs Friedrich der Schlacht auf dem weißen Berge, warf sich nach dem Verlust derselben nach Glatz. Hierauf begab er sich zum Grafen von Oldenburg und ging anno 1625 als Rittmeister in dänische Dienste, erhielt 1626 ein Regiment zu Roß als Oberster, verließ diese Dienste um Gustav Adolf zu folgen, von welchem er 1627 ebenfalls ein Regiment erhielt.Anno 1630 that er den Kaiserl. Bei Pyritz großen Abbruch, und war in diesem Jahr General-Leutenant und hielt sich in dem Treffen bei Werben ungemein Wohl. Nach diesem ward er Feldmarschall, nahm im Köllnisch unterschiedene Plätze weg, ließ Andernach plündern, und überfiel Spanier bei Neimäg, anno 1633 entsetzte er die von den Spaniern belagerte Stadt Andernach, dankte aber ab, weil er vermeinte, daß ihm seine bisherigen Dienste nicht sattsam belohnt waren, ob ihm zwar gleich den 13. Dezember 1633 von der Königin Christina von Schweden, das im Hochfürstl. Münster gelegene Amt Cloppenburg und Kloster Roosenburg, Ihm und seinen Erben, war geschenkt worden, und ging (nach) Oldenburg, wo er privatisierte Den 9. August 1636 tat er als General-Feldmarschall im Cursächsischen Diensten , erhielt den 1. October ein Arkebusier Regiment; im Jahre 1636 wurde er bei Dönitz geschlagen, und belagerte Magdeburg und weil er in dieser Belagerung einen gefährlichen Schuß in der Hüfte bekam, so verließ er am 30. Juni die Kriegsdienste gänzlich Hielt sich einige Zeit in Oldenburg auf und begab sich hernach nach Preußen.[58]

Beckerling, Ursin, Wachtmeister des Generalleutnants von Pappenheim

Bimbach, Johann Philip Fuchs, von, General-Feldzeugmeister, 1567 - 1626

Hans Philipp Freiherr von Fuchs von Bimbach stammte aus dem fränkischen Adelsgeschlecht Fuchs von Bimbach. Er entstammte der Familienlinie, die seit 1522 auf der Burg Möhren ansässig war. Seine Eltern waren Andreas Fuchs von Bimbach zu Möhren und dessen zweite Ehefrau Anna, geb. von Zais kam, die am 28. November 1566 geheiratet hatten. Er studierte in Padua und trat nach seinem Studium zunächst mehrere Jahre in die Dienste des Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. 1614 kam es zum Bruch mit Markgraf Joachim Ernst, der ihm einen "anmaßenden und grobschlächtigen Charakter" bescheinigte. Ab 1618 wirkte er – obwohl er selbst Protestant war – zunächst auf Seiten der Katholischen Liga als kaiserlicher Hofgerichtsrat und Oberfeldzeugmeister. Ab 1622 wandte er sich dann allerdings der protestantische Seite zu, die er – aus Furcht vor einer Konfiszierung seiner fränkischen Besitzungen – zunächst nur heimlich unterstützte. 1623 gehörte er zu den Beratern von Herzog Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel. Im Jahr 1625 trat er dann als General der Infanterie in die Dienste des dänischen Königs Christian IV. In der Schlacht bei Lutter am Barenberge gegen die kaiserlichen Truppen unter General Tilly am 27. August 1626 war Fuchs von Bimbach nach dem Oberkommandierenden König Christian IV. der ranghöchste Befehlshaber. Die Protestanten verloren die Schlacht. Fuchs von Bimbach fiel im Reiterkampf und wurde, seinem Wunsch entsprechend, in der Nähe des Schlachtfeldes begraben. Hans Philipp von Fuchs von Bimbach wird als gebildeter Mann mit vielseitigen, auch wissenschaftlichen Interessen charakterisiert. Als Soldat galt Fuchs von Bimbach als tapfer und kriegserfahren.[59]

Bodendieck, Oswald, von, Oberst, 1595 – 1666

Bodendieck war lutherischer Edelmann, Hauptmann unter Friedrich von Sachsen-Altenburg, Obristleutnant und Obristwachtmeister(Major) im kaiserlichen Infaterieregiment Colloredo und wird noch im gleichen Jahr Oberstleutnant im kaiserlichen Infanterieregiment BRAUNSCHWEIG . Inhaber dieses Regiments war der Herzog Georg von Braunschweig-Calenberg (+1641). Teile dieses Regiments lagen seit Oktober 1626 in Gardelegen, Stendal und Tangermünde in Garnison. Er lag ab Oktober 1625 in Osterwieck im Quartier, 1626 war er Kommandant von Osterwieck, Domherr und Senior der Stiftskirche in Verden. Der Hzgs Georg v. Braunschweig- Calenberg kommandiert ein eigenes Korps in der Altmark und später bei Havelberg gegen die hier noch immer im Brandenburgischen und Lüneburgischen liegenden Dänen. Er hat ab Oktober 1626 sein Hauptquartier in Gardelegen.[60]

Brandenburg, Georg Wilhelm von, Kurfürst, 1595 – 1640

aus dem Geschlecht der Hohenzollern war von 1619 bis 1640 Kurfürst und Markgraf von Brandenburg und Herzog von Preußen. Georg Wilhelm heiratete am 24. Juli 1616 in Heidelberg Elisabeth Charlotte von der Pfalz. Als sein Vater Johann Sigismund 1619 im Sterben lag, übernahm Georg Wilhelm die Regierung des Kurfürstentums Brandenburg und des Herzogtums Preußen. Zu diesem Zeitpunkt verfügte Georg Wilhelm bereits über Regierungserfahrung, da ihn sein Vater – nach dem Studium in Frankfurt an der Oder – für fünf Jahre als Statthalter nach Kleve entsandt hatte. Georg Wilhelms vorrangiges Regierungsziel bestand in der Sicherung der territorialen Erwerbungen seines Vaters. Als der Schwedenkönig Gustav II. Adolf am 25. November 1620 Georg Wilhelms Schwester Maria Eleonora von Brandenburg heiratete, kam es zu diplomatischen Verwicklungen, da auch der polnische König Sigismund III. Wasa, der Lehnsherr des Herzogtums Preußen, für seinen Sohn Wladyslaw um die Hand der Prinzessin angehalten hatte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Brandenburg infolge Georg Wilhelms unentschlossener Politik von befreundeten wie von feindlichen Truppen gleichermaßen geplündert und gebrandschatzt. 1633 kapitulierte Georg Wilhelm vor den Truppen Wallensteins; dennoch blieben die Schweden in der Mark. Zudem wurde die Bevölkerung durch Seuchen und Hungersnöte stark dezimiert: Brandenburg verlor einen großen Teil seiner Bevölkerung. Die Folgen des Krieges und dessen Zerstörungen waren in Brandenburg noch gut 100 Jahre später spürbar. Im August 1638 zog Georg Wilhelm mit dem gesamten Hofstaat nach Königsberg in das unzerstörte Herzogtum Preußen. Seit Oktober 1640 war der Kurfürst ständig ans Bett gebunden. Abgesehen von seiner chronischen Beinerkrankung litt er an hochgradiger Wassersucht. Georg Wilhelm verstarb nach langer Krankheit im Alter von 45 Jahren am 1. Dezember 1640.[61]

Brandenburg, Friedrich Wilhelm, der große Kurfürst, 1620 - 1688

In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges als Sohn des Kurfürsten Georg Wilhelm und der pfälzischen Prinzessin Elisabeth Charlotte geboren, musste er sein Leben vom Frühjahr 1627 bis zum Sommer 1634 hinter den Mauern der sicheren Festung Küstrin mit seinem Erzieher Leuchtmar verbringen. Davor war er einige Zeit auf dem neu erbauten Jagdschloss seines Vaters in Letzlingen untergebracht. Friedrich Wilhelm von Brandenburg aus dem Haus Hohenzollern war seit 1640 Markgraf von Brandenburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches und Herzog in Preußen. Seine pragmatisch-entschlossene und reformfreudige Regierungspolitik ebnete den Weg für den späteren Aufstieg Brandenburg-Preußens zur Großmacht und der Hohenzollern zu einem der führenden deutschen Herrscherhäuser, weswegen er auch ab 1675 den Beinamen der Große Kurfürst trug.[62]

Braunschweig-Wolfenbüttel, Christian, von, 1599 – 1626

Herzog Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel, genannt "der tolle Halberstädter", engagierte sich militärisch für die machtpolitischen Interessen des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz, speziell für die der Kurfürstin Elisabeth. In einer Mischung von Don Quichotte, Raubritter und paranoidem Halunken stellt er die Extreme dar, mit denen skrupellose Charaktere in der Zeit des 30jährigen Krieges in militärische Führungspositionen gelangen konnten - wenn sie nur von Adel waren.[63]

Buchwaldt, von, Commissarius

Budäus, Julius, Oberst

Budaeus stand 1627 als Hauptmann im Regiment Herberstorff.

Bundsche, Lorenz, Landreiter

Cerboni, Tomasso Oberst von der Wallensteinischen Armee, + 1629

Ein Italiener, wie es damals viele in der kaiserlich-wallensteinischen Armee gab. Er kommandierte ein seit 1625 existierende Infanterieregiment mit 10 Kompanien. Dies war in damaliger Zeit die Regel für ein kaiserliches Infanterieregiment, wobei eine Infanteriekompanie zwischen 30 bis 100 Mann umfaßte. Je nachdem sie gerade in der Aufstellung begriffen war oder aus einem Feldzug zugekehrte. Im Oktober 1626 lag das Regiment mit fünf Kompanien in Salzwedel in Garnison. Kalbe befand sich somit in seinem Einzugsbereich. Im Sommer 1627 befanden sich einige Kompanien weiter in Salzwedel, sowie in Blekede und Dannenberg. Andere kämpften in Jütland gegen die Dänen. 1628/29 übernahm dann ein Oberst Marazan das Regiment.[64]

Dänemark, Christian der IV., von, König, Herzog von Holstein, 1577 – 1648

Christian IV. war von 1588 bis 1648 König von Dänemark. Sein militärisches Eingreifen in den 30jährigen Krieg in den Jahren 1625 bis 1629 führt in der Schlacht bei Lutter zur Niederlage Dänemarks und zur Besetzung Jütlands durch kaiserliche Truppen. Der Konflikt zwischen dem Kaiser und Christian IV. von Dänemark wurde durch den Frieden von Lübeck (1629) beigelegt. Es war das innenpolitische Anliegen des Dänenkönigs, Industrie und Handel nach holländischem Vorbild aufzubauen. Dieses Ziel konnte Christian aus verschiedenen Gründen nicht erreichen. Außenpolitisch versuchte er durch den Bau einer starken Kriegsflotte die Nord- und Ostsee zu beherrschen um den Überseehandel zu sichern. Zwangläufig mußte Christian dadurch mit den expansiven Zielen Schwedens in Konflikt kommen. Trotz wachsender finanzieller Schwierigkeiten und wirtschaftlicher Rückschläge setzte Christian seine Großmachtpolitik fort, ohne auf Dauer den schwedischen Machtzuwachs verhindern zu können. Seine machtpolitischen Pläne scheitern endgültig im Ergebnis des Krieges mit Schweden in den Jahren 1643 - 1645. Am Ende der Regentschaft Christians IV. war Dänemark ökonomisch, militärisch und auch innenpolitisch geschwächt.[65]

Duwald, Tobias, Oberst

1623: Fähnrich im Regiment seines Halbbruders Jakob, 1627: Fähnrich im Regiment von Lennart Torstensson, 1630: Leutnant im Vasterbotten Regiment, 1635 Heirat mit Cordula Margarete von Plessen, Dez. 1636/ Jan. 1637 als Oberstleutnant in Schmalkalden (Thüringen) stationiert und versuchte die Stadt um 17'000 Reichstaler zu erpressen, 1638: Einbürgerung in Schweden und Erhebung in den Adelsstand, Dez. 1641: Carl Joachim Kerberg, Cousin mütterlicherseits, stirbt beim Duell. Tobias übernimmt dessen Posten als Oberbefehlshaber der schwedischen Truppen in Gardelegen (Altmark), 1642: Nach Abzug des Feldherrn Lennart Torstensson wird Tobias zum "!Gouverneur der Altmark“ ernannt, also gewissermaßen Oberbefehlshaber der schwedischen Truppen in der Altmark. Unter seiner Regie zogen die Schweden 1650 aus Gardelegen ab.[66]

Ferdinand der II. Kaiser, 1578 – 1637

Ferdinand von Steiermark, König von Ungarn und Böhmen, gehörte einer Seitenlinie der Habsburger an, die nach der Regelung der Herrschaftsordnung in den Besitzungen des Hauses Habsburg vom 9. März 1551 die Gebiete Steiermark, Kärnten und Krain erhalten hatte. Nach dem Tode Kaiser Matthias wurde Ferdinand 1619 zum Römisch-Deutschen Kaiser gewählt.[67]

Frenking , Johann Sigismund Freiherr von und zu, Oberstlieutnant

stand spätestens 1618 als Hauptmann unter Ernst von Mansfeld und wurde von diesem wiederholt mit geschäftlichen Missionen beauftragt. 1622 diente er als Obristleutnant Christian von Braunschweig, 1623 wieder Mansfeld und 1626 dem dänischen General Fuchs von Bimbach. 1625 ist sein Regiment in Osterburg nachzuweisen. Er geriet in der Schlacht bei Lutter am Barenberge (27.8.1626) in Gefangenschaft. Frenkhing ergab sich nach der Schlacht auf Schloss Lutter. Möglicherweise trat er damals schon in ligistische Dienste. 1629 duldete Maximilian I. von Bayern sein weiteres Verbleiben in der ligistischen Armee, obwohl er "!uncatholisch und bishero und alzeit den widerwertigen gedient“ habe. Allerdings wurde die Übertragung eines Regiments vorbehaltlich seiner Konversion ausgeschlossen.[68][69]

Friedrich von Böhmen und Kurfürst der Pfalz, 1596 – 1632

Friedrich V. von der Pfalz gehörte zu dem Kreis der Kurfürsten, die das Privileg hatten, den deutschen Kaiser zu wählen. Als die protestantischen böhmischen Adligen den von ihnen 1617 rechtmäßig zum König gewählten Erzherzog Ferdinand, den späteren deutschen Kaiser, zwei Jahre später für abgesetzt erklären, nimmt Friedrich von der Pfalz, trotz warnender Stimmen, die ihm angebotene böhmische Königskrone an und wird 1619 zum König von Böhmen gewählt. Friedrich besaß dadurch zwei protestantische Wahlstimmen: die der Pfalz und die Böhmens. Ein protestantischer König von Böhmen hätte damit bei einer anstehenden Kaiserwahl das Schicksal des deutschen Zweiges der katholischen Habsburger Dynastie besiegelt. Bei der Wahl wären die katholischen Kurfürsten mit vier zu drei Stimmen überstimmt worden. Auf Betreiben des Kaisers und mit Zustimmung der katholischen Kurfürsten, insbesondere mit Unterstützung Maximilians von Bayern, wurde das Problem auf militärischem Wege gelöst. In der Schlacht am Weißen Berg bei Prag wurde 1620 das Heer Friedrichs von den Truppen der katholischen Liga unter Tilly besiegt und Friedrich vertrieben. Durch die anschließende Ächtung durch den Kaiser verlor er seine Kurwürde und seine Erblande. 1623 erhielt Maximilian von Bayern, der Anführer der katholischen Liga und Sieger über die aufständischen Böhmen, die Pfalz und die Kurwürde. Damit hatte sich das konfessionelle Gleichgewicht innerhalb der Gruppe der Kurfürsten zu Gunsten der katholischen Kurfürsten verändert.[70]

Giese, Andreas, Gerichtsvogt

Guilleth, Jacobus

Zunächst war er Büchsenmeister auf der Burg, als sie um 1626 in Kriegszustand versetzt wurde. 1627 hatte er Anna Tyleke, die Tochter des Krämers Henning Tyleke geheiratet und war seit 1634 Kontroller und Bürgermeister. Jacobus Guilleth soll 1642 in Gardelegen, wohin er wegen des Krieges geflohen war, gestorben sein. Während seiner Armeezeit waren Senatoren: Peter Schultze, Henning Tyleke (sein Schwiegervater, Kaufmann und Ratsherr und Kirchenältester um 1636). Im Pestjahr 1636 starben ihm mehrere Kinder an der Pest.

Hagen, genannt Geist, Hagen, Bernhard, von

Er kommandiert seit 1625 in der dänischen Armee ein Infanterieregiment. 1621 war er in der Niedersächsischen Kreisarmee bereits Oberstleutnant des Kavallerieregiments, dass der dänische König als Herzog von Holstein anteilig zu stellen hatte. Somit befand er sich praktisch seitdem im dänischen Dienst. 1625 umfaßte sein Kürassierregiment vier Kompanien. 1626 kämpfte er bei Lutter a.B. ((s.o.) und wurde hier gefangengenommen. Die Reste seines Regiments erhielten einen neuen Oberst.[71]

Hake, Hans Friedrich, Hauptmann des Lichtensteinischen Regiments

Heinrich, Adam , ein kaiserlicher Soldat

Hitzacker, Ludolf, Ingenieur

Holk, Heinrich, Oberst, 1599 – 1633

Heinrich Graf von Holk war kaiserlicher Feldmarschall und durch seine besonders rücksichtslose Art der Kriegsführung berüchtigt. Holk war zunächst Obrist im dänischen Heer unter dem Kommando König Christians IV. Nach dem Frieden von Lübeck wechselte Holk die Seiten und kämpfte unter Wallenstein im kaiserlichen Heer. Von Wallenstein zum Feldmarschall ernannt und vom Kaiser in den Grafenstand erhoben, starb Holk 1633 in Adorf an der Pest.[72]

Horn, Gustav, Graf von Björneburg, 1592 – 1657

Feldmarschall im schwedischen Heer unter König Gustav Adolf . Nach der Schlacht bei Lützen, in der der schwedische König fiel, konkurrierten Horn und Bernhard von Sachsen-Weimar um den Oberbefehl der schwedischen Truppen. Dieses Konkurrenzverhalten war eine der Ursachen für die vernichtende Niederlage der protestantischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen im September 1634. Nach seiner achtjährigen Gefangenschaft machte Horn in Schweden weiter militärische Karriere.[73]

Hude, Wilhelm von der, Hauptmann

Klitzing, Dragoneroberst

Knesebeck, Thomas, v.d., Landeshauptmann der Altmark, 1594 -

Thomas d. J. Freiherr von dem K., wurde als ältester Sohn des Thomas v. d. K. am 27. März 1594 auf Schloß Tilsen in der Altmark geboren. Nach einer sorgfältigen Erziehung und gründlichen juristischen Studien wurde er frühzeitig als adelicher Rath in die oberste märkische Gerichtsbehörde, das Berliner Kammergericht, berufen. Auch soll er|bereits 1620 von dem Kanzler Fr. Pruckmann neben seinem jüngeren Bruder Levin (s. d. Art.) für eine Stelle im Geh. Staatsrath in Aussicht genommen worden, vom Kurfürsten Johann Georg, der hier nicht zwei Brüder zugleich haben wollte, aber abgelehnt worden sein. Die Wirren des 30jährigen Krieges brachten ihm eine andere Thätigkeit nicht minder verantwortlicher und noch schwierigerer Natur. Ein Jahr nach dem Tode seines Vaters, 1626, wurde er zum Kreiscommissar für die Altmark ernannt, eine Stellung, in der er neben seinem Bruder Hempo und Christoph v. Bismark-Briest für die Respectirung der Neutralität des Landes seitens des nahen schwedischen Heeres zu sorgen berufen war. Die Entschiedenheit und Wachsamkeit, mit der er sich seiner Aufgabe unterzog, zog ihm den persönlichen Haß mehrerer schwedischer Führer zu. Diese überfielen im October 1631 sein Gut und Schloß Tilsen und verheerten es von Grund aus. Dennoch ließ sich K. dadurch von der ferneren entschiedenen Wahrnahme seines Amtes nicht abhalten.[74]

Köhler, Konrad, Gesamtrichter

Königsmarck, Hans Christopher, Graf von, 1600 - 1663

Graf Königsmarck war der Sproß einer verarmten Adelsfamilie aus der Altmark. Er kämpfte zunächst wenig erfolgreich unter kaiserlicher Fahne; wechselte in der zweiten Hälfte des 30jährigen Krieges die Fronten, um in der Folgezeit eine (kommerziell beneidenswerte) Karriere im schwedischen Heer zu machen. Königsmarck wurde durch seine brutalen Raub- und Beutezüge und die gnadenlose Ausbeutung der besetzten Gebiete berüchtigt. Königsmarck machte als General und später Feldmarschall im schwedischen Heer besonders durch seine Eroberungen im norddeutschen Raum, durch seinen militärischen Beitrag am Erfolg der Schweden gegen die kaiserlichen Truppen in der zweiten Schlacht bei Breitenfeld (2. November 1642) und durch die Einnahmen der Kleinseite von Prag im Jahre 1648 auf sich aufmerksam.[75]

Kropf, Antonius, Quartiermeister

Lex, Julius Christian, Hauptmann

Linstow, Klaus von Bellin, Oberst

Ein märkischer Adliger, der seit 1620 unter dem Mansfelder zuerst in der böhmischen Armee und danach in der des Mansfelders ein Infanterieregiment und später ein Kavallerieregiment geführt hatte. 1625 kommandierte er in der dänischen Armee ein Infanterieregiment (das sog. ROTE) von 12 Kompanien, in Holstein geworben. In diesem Jahr operierte er im Rahmen der dänischen Hauptarmee in Niedersachsen und 1626 in der Altmark und nahm an der Schlacht an der Dessauer Brücke(s.o.) teil ,hier unter dem Oberbefehl seines alten Chefs, des MANSFELDERS. Vom 17.Feb. bis zum 28. Juli 1626 lagen seine Kompanien in Tangermünde, in Havelberg bis zum Juli und bis zum 13.September in Kalbe. Nach der Schlacht von Lutter a.B. wurde sein Regiment aufgelöst.Er selbst wurde hier gefangengenommen.[76]

Lippe, Graf Philipp von Alverdissen genannt Hoen (+1631)

1620 diente er in der Unions Armee als Oberstleutnant im Infanterieregiment des Grafen Friedrich von SOLMS-LICH-RÖDELHEIM, 1621/22 war er Oberst eines Infanterieregiments in der Armee des Mansfelders bis 1622 und 1623 Oberst eines Kavallerieregiments in der Armee des Braunschweigers. Im Jahre 1625 finden man ihn in der dänischen Armee als Oberst eines Infanterieregiments (dem GRÜNEN) mit 12 Kompanien. In diesem Jahr stand er mit seinem Regiment in Niedersachsen unter dem Kommando von FUCHS VON BIMBACH(s.o.) Im Jahr 1626 befindet es sich bereits in der nördlichen Altmark. Seit dem 23. Februar lagen in Stendal drei Kompanien seines Regiments in Garnison und vom Februar bis zum Juni in Tangermünde eine (?) , im Juli findet sich eine Kompanie bereits in der Mittelmark in Fehrbellin in Garnison. Das Regiment nimmt dann am Zug des Mansfelders nach Schlesien teil, nun aber unter dem Befehl seines ehemaligen Oberstleutnants, Theodor Siegmund von SchIAMMERSDORF.[77]

Lohausen, Wilhelm, von, Oberst

Bei diesem Offizier handelt es sich, wie anderen ebenfalls, auch um einen langedienten, erfahrenen Militär.. 1621/22 dient er in der Armee des "!Jägerndorfers", einem ehemaligen General der BÖMISCHEN ARMEE de "!WINTERKÖNIGS". 1623 finden wir den aus dem Mecklenburgischen stammenden Adligen in der Armee des Mansfelders als Oberst eines Infanterieregiments. LOHAUSEN galt wie FUCHS VON BIMBACH als erfahrener Artilleriefachmann. 1625 kommandierte LOHAUSEN als Oberstleutnant das Leibregiment des dänischen Königs in Niedersachsen. 1626 ist er bereits Oberst dieses Regiments, das hier in der nördlichen Altmark im Rahmen der von FUCHS von BIMBACH geführten dänischen Hauptarmee operiert. Vom 15.Januar bis zum 1.Juli liegen fünf Kompanien in Salzwedel und bis zum 13.Septembereine Kompanie in Kalbe in Garnison. In der Schlacht von Lutter a.B. (s.o.) wird LOHAUSEN gefangen genommen. Damit verschwindet dieser Offizier aus dem Blickfeld und taucht dann erst wieder unter GUSTAV ADOLF ab 1630 in der schwedischen Armee auf.[78]

Mansfeld, Ernst, von, Graf zu, 1580 – 1626

Peter Ernest Graf zu Mansfeld war ein skrupelloser, ehrgeiziger und begabter Söldnerführer. Nach ersten Erfolgen unter kaiserlicher Fahne, wurde er zum gefährlichen, verbitterten Gegner des Kaisers, nachdem man ihm, den illegitimen Sproß eines mitteldeutschen Grafengeschlechtes, um den Anspruch auf den Besitz der niederländischen Güter seines Vaters gebracht hatte. Katholisch erzogen, trat er 1610 zur reformierten Kirche über.[79]

Maximilian, Herzog vom Bayern, 1573 – 1651

Herzog von Bayern, Schwager des deutschen Kaisers Ferdinand II. und Oberhaupt der katholischen Liga. Nach der Niederlage des "Winter"-Königs von Böhmen, des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz in der Schlacht am Weißen Berg und nachdem Friedrich V. vom Kaiser wegen Verletzung des Reichsfriedens geächtet wurde, wird Maximilian mit dessen Titel zum Kurfürten erhoben und mit dessen Herrschaftsgebieten belehnt. Es war Maximilian, der beim Westfälischen Frieden dafür sprach, das Elsaß an Frankreich abzutreten. Es war der Preis, den Deutschland zahlte, damit Maximilian die Kurwürde behalten durfte! Der Verlust des Elsaß wiegt Maximilians Verdienste für Deutschland nicht auf.[80]

Milwitz, Kompagnie

Mohr, Hauptmann

Nelling, Hauptmann

Oppen, Oberst

Pappenheim, Heinrich Gottfried, zu, Reitergeneral, 1594 – 1632

Kaiserlicher Reiterführer, kämpfte unter den Feldherren Tilly und Wallenstein. Die Grafen von Pappenheim wurden Reichserbmarschälle des Heiligen Römischen Reich

Piccolomini, Octavio, 1559 – 1656

Graf Octavio Piccolomini `d´Arragona, Herzog von Amalfi, später Reichsfürst, kaiserlicher Kämmerer, General-Feldmarschall, Malteser-Ritter, Träger des Ordens des Goldenen Vlieses, wurde am 11. November 1599 als Sohn einer alten römischen Familie geboren. Er ist einer der wenigen Offiziere, die den 30jährigen Krieg vom Anfang bis zum Westfälischen Frieden erlebten und beeinflußten. Piccolomini war ein hervorragender General unter Wallenstein, Kommandeur seiner Leibgarde und ein geschickter Diplomat. Er verstand es, die Zeichen seiner Zeit zu nutzen und kann am Ende des Krieges als einer der großen Gewinner des Krieges betrachtet werden. Bis zuletzt verstand er es, Wallenstein in dem Glauben an seine Zuverlässigkeit zu lassen, obwohl er sich rechtzeitig von ihm distanziert hatte und den Zuträger zum Wiener Hof spielte. Seinen Einfluß auf andere Offiziere machte er im kaiserlichen Sinne geltend und trug damit entscheidend zu der Isolation und Katastrophe Wallensteins bei. Die Reichsfürstenwürde, später das Oberkommando des kaiserlichen Heeres und ein Teil der Besitzungen des Ermordeten waren der Lohn. In den letzten Kriegsjahren war er selbständiger Feldherr in kaiserlichen und spanischen Diensten in Deutschland und den Niederlanden.[81]

Piler, Ulrich, Leutnant des Lichtensteinischen Regiments

Pingera, Fähnrich des Lichtensteinischen Regiments

Protze, Hauptmann

Rantzau, Marquard zu

Rathman, Jochim, von Stendal, Kapitän

Redern auf Wolterslage, Adam Valentin, von, + 1653

Ein märkischer Adliger, der 1620 das Lehnsreiteraufgebot der Altmark kommandiert. 1626 ist er dann Oberstleutnant im kurbrandenburgischen Infanterieregiment von KRACHT, es hatte 21 Kompanien. Für die damalige Zeit eine große Ausnahme, bestanden die Regimenter in der Regel aus acht bis zehn Kompanien. Eine Erklärung wäre wahrscheinlich darin zu suchen, dass Kurbrandenburg während des gesamten Krieges nur darauf bedacht gewesen war, seine Besitzungen von Ostpreußen, über die Neu-, Mittel- und Altmark bis hin zu den niederrheinisch-westfälischen vor fremden Zugriffen zu bewahren. Dies konnte strategisch nur durch Bündnisse mit dem jeweils siegreichen Teil und die Besetzung auch kleinster Festungen und topografisch wichtiger Orte geschehen. So lagen eine Kompanie des Regimentes KRACHT ab September in Kalbe, zwei in Gardelegen, eine in Erxleben und eine in Tangermünde in Garnison. Die in Kalbe verblieb hier bis 1628. Dann folgten die siegreichen kaiserlich-wallensteinischen Truppen. Von REDERN selbst wurde 1627 Kommandant der Festung PEITZ und bleib es bis 1633. Danach wurde er Oberst des Regiments GOETZEN, das in Ostpreußen die Festungen Memel und Pillau besetzt hielt. [82]

Rodedöwel, Johannes, Pfarrer in Güssefeld

Rossow, Friedrich Ulrich von.

Seit 1630 kommandiert er ein schwedisches Infanterieregiment. 1631 gehört es zum Korps BANERs,das nach dem Abmarsch der Hauptarmee unter dem König, im Erzstift Magdeburg und angrenzenden Gebieten die von den Kaiserlichen und Ligatruppen besetzten Festungen Magdeburg und Wolfenbüttel blockieren sollte. Ab November 1631 besetzte ein Detachement des acht Kompanien starken Regiments Kalbe, während die acht Kompanien in dem seit Sommer 1631 stark befestigten WERBEN lagen. In Kalbe verblieb dieses Detachement bis zum 27.Juli 1632, in WERBEN wohl gleichermaßen. Danach marschierte das Regiment zum süddeutschen Kriegsschauplatz. Nunmehr ohne fremde Besatzung konnte der brandenburgische Kurfürst wieder frei über die Burg in KALBE verfügen, damit war der Weg zum Abriss frei.[83]

Rothkirchen v., Hauptmann des kaiserlichen Regimentes Colloredo

Rudolff, Hauptmann, sächs. Kompagnie

Sachsen, Johann Georg I., von, Kurfürst , 1585 – 1656

Da der sächsische Kurfürst Christian II. (1583 - 1611) keine Nachkommen hatte, übernahm sein Bruder Georg die Regierung des Kurfürstentums. Johann Georg trat sein Amt in einer Zeit an, die sich machtpolitisch im Umbruch befand. Vordergründig wurde seine Regierungszeit durch Religionskonflikte gekennzeichnet, deren politischer Hintergrund aber der Versuch war, eine Umverteilung der Macht zwischen dem Kaiser und den Territorialfürsten durchzusetzen. Johann Georg war Protestant und Hoffnungsträger aller protestantischen Parteien - auch der Böhmischen Stände. Diesen Hoffnungen und Erwartungen konnte Johann Georg I. in keiner Weise erfüllen. Er war zwar stets um Frieden bemüht, war aber durch seine beschränkte politische Kompetenz von den komplizierten machtpolitischen Verhältnissen überfordert. Nach dem Einmarsch Wallensteins ins westliche Sachsen und der Zerstörung Magdeburgs durch Tilly wurden Johann Georgs Truppen von den Schweden aus militärischen Interessen Schwedens "unterstützt". Nach dem TodeGusta Adolfs in der Schlacht bei Lützen am 16. November 1632 lockerte sich das Bündnis mit Schweden. Ein Frieden mit Wallenstein schien denkbar. Doch dessenErmordung in Eger am 25. Februar 1634 machte alle Friedenspläne zunichte. Als in derSchlacht bei Nördlingen die Schweden am 5. und 6. September 1634 eine schwere Niederlage hinnehmen mußten, glaubte Johann Georg im sogenannten Frieden von Prag (20.-30. Mai 1635), die Fronten wechseln zu müssen. Mit dieser Fehlentscheidung begann Sachsens schwerste Zeit. Die Schweden nahmen Rache an den "abtrünnigen" Sachsen. Unter Gustav Baner drangen sie immer wieder in Sachsen ein: Im Jahre 1639 eroberten sie Zwickau und Pirna und belagertenFreiberg . Nach dem Sieg bei Breitenfeld (1642) nahmen sie auchLeipzig ein. Sachsen war ein Jahrzehnt lang Schwedens Versorgungsbasis. Geld- und Sachmittel wurden mit größter Brutalität eingetrieben. Nach der Eroberung von Meißen 1645 mußte Johann Georg in den Waffenstillstand von Kötzschenbroda einwilligen. Sachsen war verwüstet und hatte etwa ein Drittel seiner Bevölkerung verloren. Das ausgehungerte Land mußte nun noch die gewaltige "Kriegsentschädigung" für Schweden aufbringen. Bis zu deren Bezahlung blieben schwedische Truppen im Land. Leipzig und Torgau wurden als Pfand besetzt gehalten. Erst 1650, zwei Jahre nach Abschluß des Westfälischen Friedens, verließ das letzte schwedische Regiment Sachsen. Auch politisch konnte Sachsen seine verlorengegangene Vorrangstellung wieder einnehmen: im Jahre 1653 übernahm Johann Georg den Vorsitz der evangelischen Stände beim Reichstag in Regensburg. Eine (für Johann Georg typische) "unglückliche Entscheidung" traf der Herrscher, als er in seinem Testament das Land unter seinen vier Söhnen . Johann Georg I. starb 1656 in Dresden. Er fand im Dom der sächsischen Silberstadt Freiberg seine letzte Ruhestätte.[84]

Schlammerstorff, Thomas, Siegmund, + 1638

Im Jahre 1625 ist er Oberstleutnant im Infanterieregiment LIPPE Nachdem er 1621 im MANSFELDER Infanterieregiment CARPZOW als Obristwachtmeister (Major) gedient hatte. Wie unter LIPPE zu lesen ist, lag dieses dänische Regiment 1626 in Stendal, Tangermünde und Fehrbellin (s.o.)SCHLAMMERSDORF wurde noch im gleichen Jahr dessen Oberst. Nach dem Abzug der Dänen aus Kalbe im gleichen Jahr auf Grund der Niederlage in der Schlacht von LUTTER a.B. am 27.August. Im Jahr 1627 finden wir das Regiment SCHLAMMERSDORF bis zum 31. August mit einer Kompanie als Besatzung in der mecklenburgischen Festung DÖMITZ, während der Hauptteil aber unter MANSFELD in Schlesien kämpft. Hier wird das Regiment aufgelöst. SCHLAMMERSDORF selbst ist dann ab 1631 Oberst eines durch die Reichsstadt NÜRNBERG geworbenen Infanterieregiments als Teil der schwedischen Armee.[85]

Schlick, Heinrich, von, Graf , + 1650

Heinrich Schlick war anfänglich aktiv für die Interressen der böhmischen Stände eingetreten. Heinrich Schlick war beim Fenstersturz zu Prag persönlich anwesend. Das kaiserliche Infanterieregiment SCHLICK wurde im Jahre 1621 gegründet. Sein Inhaber war vordem Oberst der BÖHMISCHEN ARMEE gewesen, bei Prag 1620 gefangengenommen worden, konvenierte er zum katholischen Glauben und wurde daraufhin vom Kaiser begnadigt, während seine böhmischen Mitstreiter, die nicht konvertierten, auf dem ALTSTÄDTER RING in PRAG hingerichtet wurden. Seit 1625 wurde er zu einem der besten Offiziere WALLENSTEINS und mit wichtigen militärischen Operationen betraut. So besetzte er mit seinem Regiment HALDENSLEBEN , STASSFURT und ASCHERSLEBEN. 1626 liegen von den zehn Kompanien seines Regiments in KALBE vier, in ERXLEBEN eine, in ROGÄTZ eine und in KÖTHEN vier in Garnison . Die Masse des Regiments marschierte unter dem direkten Kommando WALLENSTEINS nach SCHLESIEN .Bis zum Sommer des Jahres 1627 befinden sich noch immer drei Kompanien in HALDENSLEBEN in Garnison. 1628 sind Teile seine Regimentes in JÜTLAND zu finden. Er starb im hohen Alter als Feldmarschall des kaiserlichen Heeres und Präsident des Wiener Hofkriegsrates ausgezeichnet als Ritter des Goldenen Vlies.[86][87]

Schulenburg , Leopold von der

1568 auf dem Gut Knesebeck des Vaters Albrecht geboren. Von 1583 – 1596 Studium bzw. Studienreisen in Wittenberg, Helmstedt, Tübingen, Jena, Straßburg, Genf und bereiste Italien. Bewirtschaftete das Kloster Dambeck, wollte zwischenzeitlich die Burg Apenburg wieder aufabauen. Wegen der allgemeinen Unsicherheit zog er sich auf die Probstei nach Salzwedel zurück, er verlor seinen einzigen Sohn und war nicht glücklich über die Wirtschaftsweise seines Schwiegersohnes. 1617 kaufte er das Gut Rittleben. Seine Ehefrtau war Margarethe v. Bredow + 1642. [88]

Schulze, Hans Bürgermeister von Calbe

Johann oder Hans Joachim Schultz/e. Am 08.09.1617 wird er als Ratsherr in Kalbe in der Ehestiftungsurkunde des Hans Walstawe aus Altmersleben mit Anne Otte Stieftochter des Jacob Schultz Thüritz genannt.( siehe LHASA MD Rep Dc Kalbe VII 2 l Nr.1 Bl. 6V-10R (8.9.1617) ). Bei Beginn des Kirchenbuches wird er als "consul", 1628 als Bürgermeister bezeichnet. Am 15.7.1634 ist er begraben worden. Während seiner Amtszeit werden als Senatoren genannt: Joachim Schulze, senator ufn Ort, an der Ecke + 1631 Joachim Schulze, senator, agricola (Bauer) auf der Neustadt, + 1633 später auch: Peter Schultze, senator, Bäcker, + 1639

Schwarzenberg, Adam, von, Graf, kurfürstliche Statthalter, 1583 – 1641

Der katholische Reichsgraf Adam von Schwarzenberg wurde auf Schloss Gimborn in der Grafschaft Mark im Bergischen Land geboren. Als Sohn des Adolf von Schwarzenberg entstammte er der alten Adelsfamilie Schwarzenberg aus dem fränkischen Seinsheim, welche 1172 erstmals urkundlich erwähnt und 1599 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Seine Mutter war Margaretha Freiin Wolff von Metternich. Im Jahre 1600 übernahm der Sechzehnjährige Titel und Güter seines im Türkenkrieg gefallenen Vaters. Seine politischen Ambitionen auf Seiten Brandenburgs, zu dessen Landständen die Schwarzenbergs zählten, stellte er ab 1609 im Erbfolgestreit um Jülich-Kleve erstmals unter Beweis, bei dem er sich offen auf die Seite von Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg stellte, was ihm allerdings die Ächtung durch den kaiserlichen Hof einbrachte. 1613 vermählte sich Adam mit Margaretha Freiin von Pallant, die jedoch schon zwei Jahre später bei der Geburt des zweiten Sohnes Johann Adolf verstarb. Schwarzenberg verehelichte sich nicht neu, sondern trat dem Johanniterorden bei, zu dessen Heermeister er 1625 gewählt wurde, obwohl er katholisch war. In den folgenden Jahren stand er als Geheimer Rat im Dienste Brandenburgs, von wo er bald erheblichen Einfluss auf das gesamte Kollegium des Rates ausübte und dadurch maßgeblich die Politik, besonders in den niederrheinischen Landen, mitbestimmte. Auch im Bergischen Land nutzte er seine Macht durchaus in eigenem Interesse. Dort ließ er 1610 sein heimisches Gutes Gimborn durch Johann Sigismund von Brandenburg und Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg zur Unterherrschaft der Grafschaft Mark erklären, erweiterte diese Herrschaft 1614 gegen den scharfen Protest der märkischen Ritterschaft durch eine Schenkung Georg Wilhelms von Brandenburg um die benachbarten Kirchspiele Gummersbach und Müllenbach und erreichte 1630 die Ausgliederung des ganzen Amtes Neustadt aus der Grafschaft Mark als "!freie Reichsherrschaft“, die 1631 durch den Kaiser als reichsunmittelbaren Herrschaft Gimborn-Neustadt anerkannt wurde. In den ersten zwanzig Jahren des Dreißigjährigen Krieges wurde Adam Graf von Schwarzenberg eine der einflussreichsten Persönlichkeiten unter den brandenburgischen Beratern und erreichte unter dem calvinistischen Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg den Höhepunkt seiner Karriere. Unter seinem Einfluss wechselte Brandenburg (je nach Kriegsglück) öfters die Seiten, was durch seine Politik, die auf territorialen Zuwachs ausgerichtet war, zu erklären ist. Dabei ging er ohne Rücksicht auf protestantische Belange vor, wodurch er sich nicht nur bei seinen Bergischen Untertanen unbeliebt machte. Schwarzenberg hatte im Laufe seiner Statthalterschaft ein großes Vermögen angehäuft, woraus er dem Kurfürsten Georg Wilhelm Kredite gewähren konnte und im Gegenzug weitere Privilegien erhielt. So verwoben sich private Dinge mit dienstlichen und es wurde sehr unübersichtlich, zumal schriftliche Unterlagen wohl meist fehlten. Als Kurfürst Friedrich Wilhelm 1640 an die Regierung kam, beließ er vorerst Schwarzenberg im Amt, zeigte ihm gegenüber aber Stärke und Durchsetzungskraft. Mit dem Einfluss des Widersachers Schwarzenbergs, dem kurbrandenburgischen Geheimen Rat Samuel von Winterfeld, auf den jungen Kurfürsten, schwand die Macht Schwarzenbergs. Nur einen Monat nach dem Tod seines Vaters hatte Friedrich Wilhelm das Kommando über die Festung Küstrin und die dort liegende Reiterei an Konrad von Burgsdorff übertragen. Schwarzenberg protestierte, da unter Kurfürst Georg Wilhelm es Tradition war, dass diese beiden Kommandos getrennt besetzt wurden. Den jungen Kurfürst interessierte der Protest jedoch nicht. Des Weiteren beschnitt er immer weiter die Kompetenzen von Graf von Schwarzenberg in den Bereich Außenpolitik und Militär. Schließlich musste er sich sogar für seine Politik der letzten Jahre verantworten. Die stetige Entmachtung durch den jungen Kurfürsten und Anfeindungen wegen seiner Politik unter dem Vorgänger müssen dem inzwischen fast Sechzigjährigen immer mehr zugesetzt haben. Am Vortag seines Todes beschwerten sich sechs Offiziere aus dem Regiment Rochow über ausstehenden Sold, so dass er sie nach heftiger Diskussion aus seiner Privatschatulle entlohnte. Schließlich erreichte ihn noch ein Brief eines brandenburgischen Obristen, der ihm weitere Vorhaltungen machte. In den Morgenstunden des 14. März 1641 starb Schwarzenberg an einem Schlaganfall.[89]

Schweden, Gustav Adolf, von, König, 1594 – 1632

Seit 1611 als Gustav II. Adolf König von Schweden. Mit der Okkupation der Küstengebiete der Ostsee im Jahre 1630 griff Gustav Adolf unter dem Vorwand, die "protestantische Sache" in Deutschland zu retten und sie vor der Gegenreformation der Habsburger zu schützen, direkt in die Interessenonflikte der protestantischen deutschen Fürsten mit dem katholischen deutschen Kaiser ein. Nach der Schlacht bei Breitenfeld (nordöstlich von Leipzig), in der das kaiserliche Heer unter Tilly 1631 vernichtend geschlagen wurde, marschiert das schwedische Heer ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen südwärts und besetzt ganz Süddeutschland. In seiner Bedrängnis berief der Kaiser Wallenstein erneut zum Oberbefehlshaber mit fast unbeschränkten Vollmachten. Nach einem vergeblichen Versuch Gustav Adolfs, Wallensteins Lager bei Nürnberg zu stürmen, kam es kurze Zeit später am 16. November 1632 bei Lützen zu einer Schlacht, in deren Verlauf Gustav Adolf tödlich verwundet wurde.[90]

Schwedt, Martin von, Hauptmann

Stappenbeck, Joachim Freischulze aus Jeetze

Steinkallenfels, Pappenheimischer Hauptmann

Stier, Hans

Stranz, Johann, Friedrich von, Hauptmann

Er taucht erstmalig als Hauptmann des sechs Kompanien starken brandenburgischen Infanterieregiments TROTT im Jahre 1641 auf und zwar als Kommandant von WERBEN. Vorher muß er sowohl in kaiserlichen als auch schwedischen Diensten gestanden haben. Näheres ist mir nicht bekannt. 1642 ist er Hauptmann im gleichen Regiment , jetzt aber als Kommandant von BRANDENBURG /Havel. In dieser Funktion und im gleichen Rang bleibt er bis 1644.Im Jahre 1645 wurde er dessen Obristwachtmeister (Major)und 1651 ist dann der Oberstleutnant seines alten Regiments und Kommandant von BERLIN. In der Zeit als Kommandant von WERBEN und auch noch von BRANDENBURG/Havel reichte seine Zuständigkeit bis in die Altmark. Seine Karriere ist für einen Aufsteiger im immer noch vom alten Adel bestimmten brandenburgischen Offizierskorps typisch. Ein verhältnismäßig langer Weg vom Hauptmann mit weitreichender Verantwortung ( nördliche ALTMARK und HAVELLAND) bis zum Oberstleutnant, allerdings ohne große Erfahrung auf Feldzügen. Bei kämp fenden Einheiten war wegen der hohen Verluste auch bei den Offizieren ein schnellerer Aufstieg möglich, falls man überlebte.[91]

Tilly, Johann Tserclaes, 1559 – 1632

Tilly war Oberbefehlshaber der katholischen Liga-Truppen im Dienste des Kurfürsten von Bayern. Nach der Absetzung Wallensteins auf dem Reichstag in Regensburg im Jahre 1630, war Tilly bis zu seinem Tode auch Oberkommandierender des kaiserlichen Heeres. Neben Wallenstein und Gustav Adolf gilt Tilly als der bedeutendste militärische Führer des 30jährigen Krieges. Im Gegensatz zu Wallenstein war Tilly ohne politischen Ehrgeiz und aufgrund seiner religiösen Erziehung für seine Person bedürfnislos. Gustav Adolf nannte ihn wegen seiner Strenge und Pünktlichkeit "den alten Corporal. Tilly schlug für Kaiser und Kurfürst 38 Schlachten, von denen er nur zwei verlor. Tilly starb an den Folgen einer Verwundung im dreiundsiebzigsten Lebensjahr am 23. April 1632 in Ingolstadt.[92]

Torstenson, Lennard, General, 1603 – 1651

Torstensson gilt als einer der profiliertesten schwedischen Feldherrn der zweiten Hälfte des 30jährigen Krieges und war nach dem TodeBaners ab 1641 Oberbefehlshaber der schwedischen Truppen in Deutschland.

Wallenstein, Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, 1583 – 1634

Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein gilt als der erfolgreichste militärische Führer des kaiserlichen Heeres und bedeutenste europäische Feldherr der ersten Hälfte des 30jährigen Krieges. Er war neben Gustav Adolf und Richelíeu die beherrschende Persönlichkeit seiner Zeit. Wallenstein verstand es wie kein zweiter, die Gunst der Stunde und die Gunst des Kaisers für seine ehrgeizigen Ziele zu nutzen. Seine politischen Ziele sind nach wie vor umstritten, da deren Formulierung nicht immer bewiesen ist und ihr Wahrheitsgehalt oft nur aus Äußerungen, Berichten und Briefen interpretiert wird, die von seinen Gegenspielern, den späteren Siegern der Geschichte, stammen. Im Vergleich zu Gustav Adolf hatte Wallenstein einen augenfälligen Vorteil: er war reicher als der König von Schweden, und der deutsche Kaiser war sein Schuldner. Weder in der Schlacht bei Lützen, noch im Ergebnis der Schlacht gab es einen Sieger: Gustav Adolf wurde tödlich verwundet, Wallenstein Monate später ermordet.[93]

Weimar, Bernhard von Sachsen- Weimar, 1604 – 1639

Bernhard, Herzog von Sachsen-Weimar, gehörte zu den herausragenden Feldherren des 30jährigen Krieges. Er kämpfte, wenn auch unter verschiedenen Fahnen, immer auf protestantischer Seite. Bernhards Charakter und seine Ziele sind nie ganz aufgehellt worden. Richelieu schrieb über ihn (aus französischer Sicht!): "Ein ausgezeichneter Feldherr, aber so sehr auf sich selbst bedacht, daß niemand seiner sicher sein konnte". Je nach Standpunkt wird Bernhard als ehrgeiziger Karriereoffizier oder als Patriot eingestuft, der nach Meinung einiger Historiker als einziger in der Lage gewesen wäre, dem politischen Einfluß Frankreichs auf die Entwicklung in Deutschland militärisch Einhalt zu gebieten. Die Gerüchte, wonach Bernhard von Sachsen-Weimar im französischen Auftrag vergiftet worden ist, verdeutlichen die Hoffnungen, die man mit seiner Person verknüpft hatte.[94]

Wellersheim, Ernst, v., Hauptmann

Wins, Joachim von, Hauptmann +1642

Angehöriger eines alten,märkischen Adelsgeschlechts. 1626 ist er Hauptmann und Kommandant von GARDELEGEN im 21 Kompanien starken,brandenburgischen Infanterieregiment KRACHT. Vom Februar d.J. bis zum 19.November liegt er mit zwei Kompanien in Garnison, bis er vor dem kaiserlichen Regiment BRAUNSCHWEIG abziehen mußte. 1627 liegt eine Kompanie des Regiments KRACHT in KALBE. So könnte er hier auch da Kommando geführt haben. Auch 1628 ist diese Kompanie noch in KALBE nachzuweisen. 1629 ist WINZ inzwischen Obristwachtmeister(Major) in seinem Regiment geworden. Es befindet nun aber auf Grund der allgemeinen militärischen und politischen Lage Brandenburgs in der Mittel-und Neumark. 1631 wechselt WINZ den Dienstherren und wird schließlich Oberst eines kaiserlichen Kavallerieregiments. In diesem dienen schließlich sein Sohn und noch ein anderer WINZ, dessen Verwandtschaft zu unserem WINZ nicht verifiziert werden konnte. Joachim WINZ nimmt an allen wichtigen Aktionen der kaiserlichen Armee teil, bis er in der Zweiten Schlacht von Breitenfeld im November 1642 fällt.[95]

Wrangel, Karl Gustav, 1603 – 1676

Schwedischer Feldmarschall und Reichsadmiral. Wrangel wurde 1645 Nachfolger des schwedischen Feldmarschalls Torstenson als Oberkommandierender des schwedischen Heeres in Deutschland.[96]


Quellennachweis:

  1. [1]Die Altmark, Liselotte Enders, Berlin 2008, Seite 58 - 73
  2. [2]Bilder aus dem Archiv H. Krüger
  3. [3]Kalbe im Dreißigjährigen Krieg, S. Schneider, Kalbe (Milde) 1983, Aufsatz
  4. [4]Briefe aus den Jahren 1638-1648, mitget. v. Ludolf Müller, Calbe, 30. Jahresbericht altmärkischer Geschichtsverein 1903
  5. [5]Der Dreißigjährige Krieg, C.V. Wedgwood, Hamburg 2011
  6. [6]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  7. [7]Die Altmark, Liselotte Enders, Berlin 2008, Seite 58 - 73
  8. [8]Chronik der Familie v. Alvensleben 1324 – 1945, Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648), Dr. Udo v. Alvensleben-Wittenmoor, bearbeitet von Prof. Dr. Reimar v. Alvensleben, Falkenberg
  9. [9]Kalbe im Dreißigjährigen Krieg, S. Schneider, Kalbe (Milde) 1983, Aufsatz
  10. [10]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  11. [11]Chronik der Familie v. Alvensleben 1324 – 1945, Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648), Dr. Udo v. Alvensleben-Wittenmoor, bearbeitet von Prof. Dr. Reimar v. Alvensleben, Falkenberg
  12. [12]Ebenda
  13. [13]Kalbe im Dreißigjährigen Krieg, S. Schneider, Kalbe (Milde) 1983, Aufsatz
  14. [14]Ebenda
  15. [15]Die Altmark im dreißigjährigen Kriege, W. Zahn, Halle 1904
  16. [16]Chronik der Familie v. Alvensleben 1324 – 1945, Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648), Dr. Udo v. Alvensleben-Wittenmoor, bearbeitet von Prof. Dr. Reimar v. Alvensleben, Falkenberg
  17. [17]Bilder aus dem Archiv H. Krüger
  18. [18]Sültmann, Der kalbesche Werder, Calbe (Milde) 1924, Chronik des Güssefelder Kirchenbuches
  19. [19]Kalbe im Dreißigjährigen Krieg, S. Schneider, Kalbe (Milde) 1983, Aufsatz
  20. [20]Die Altmark im dreißigjährigen Kriege, W. Zahn, Halle 1904
  21. [21]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  22. [22]Ebenda
  23. [23]Ebenda
  24. [24]Chronik der Familie v. Alvensleben 1324 – 1945, Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648), Dr. Udo v. Alvensleben-Wittenmoor, bearbeitet von Prof. Dr. Reimar v. Alvensleben, Falkenberg
  25. [25]Sültmann, Der kalbesche Werder, Calbe (Milde) 1924, Chronik des Güssefelder Kirchenbuches
  26. [26]Die Altmark im dreißigjährigen Kriege, W. Zahn, Halle 1904
  27. [27]Chronik der Familie v. Alvensleben 1324 – 1945, Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648), Dr. Udo v. Alvensleben-Wittenmoor, bearbeitet von Prof. Dr. Reimar v. Alvensleben, Falkenberg
  28. [28]Sültmann, Der kalbesche Werder, Calbe (Milde) 1924, Chronik des Güssefelder Kirchenbuches
  29. [29]Ebenda
  30. [30]Ebenda
  31. [31]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  32. [32]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  33. [33]Die Altmark im dreißigjährigen Kriege, W. Zahn, Halle 1904
  34. [34]Beckmann, Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg, Flecken Seite 59-61
  35. [35]Kalbe im Dreißigjährigen Krieg, S. Schneider, Kalbe (Milde) 1983, Aufsatz
  36. [36]Kirchenbuch von Calbe (Milde)
  37. [37]Schmettausches Kartenwerk von 1767-1787
  38. [38]Kalbe im Dreißigjährigen Krieg, S. Schneider, Kalbe (Milde) 1983, Aufsatz
  39. [39]Chronik der Familie v. Alvensleben 1324 – 1945, Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648), Dr. Udo v. Alvensleben-Wittenmoor, bearbeitet von Prof. Dr. Reimar v. Alvensleben, Falkenberg
  40. [40]Sültmann, Der kalbesche Werder, Calbe (Milde) 1924, Chronik des Güssefelder Kirchenbuches
  41. [41]Bilder aus dem Archiv H. Krüger
  42. [42]Bilder aus dem Archiv H. Krüger
  43. [43]Kirchenbuch von Calbe (Milde)
  44. [44]Briefe aus den Jahren 1638-1648, mitget. v. Ludolf Müller, Calbe, 30. Jahresbericht altmärkischer Geschichtsverein 1903
  45. [45]Bilder aus dem Archiv H. Krüger
  46. [46]Die Altmark, Liselotte Enders, Berlin 2008, Seite 58 - 73
  47. [47]Briefe aus den Jahren 1638-1648, mitget. v. Ludolf Müller, Calbe, 30. Jahresbericht altmärkischer Geschichtsverein 1903
  48. [48]Ebenda
  49. [49]Sültmann, Der kalbesche Werder, Calbe (Milde) 1924, Chronik des Güssefelder Kirchenbuches
  50. [50]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  51. [51]Briefe aus den Jahren 1638-1648, mitget. v. Ludolf Müller, Calbe, 30. Jahresbericht altmärkischer Geschichtsverein 1903
  52. [52]Ebenda
  53. [53]Bilder aus dem Archiv H. Krüger
  54. [54]Chronik der Familie v. Alvensleben 1324 – 1945, 9. Generation, Dr. Udo v. Alvensleben-Wittenmoor, bearbeitet von Prof. Dr. Reimar v. Alvensleben, Falkenberg
  55. [55]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  56. [56]www.dreißigjährigerkrieg.de, Webseite von Dr. Bernd Warlich, Volkach
  57. [57]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  58. [58]Ebenda
  59. [59]wikipedia
  60. [60]Wolfgang Buchholz, Magdeburg, Forschungen
  61. [61]wikipedia
  62. [62]Ebenda
  63. [63]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  64. [64]Wolfgang Buchholz, Magdeburg, Forschungen
  65. [65]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  66. [66]Aufsatz Nautilus, Patricia Scheurer, von Kiener Antiquitäten Zürich
  67. [67]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  68. [68]www.dreißigjährigerkrieg.de, Webseite von Dr. Bernd Warlich, Volkach
  69. [69]Wolfgang Buchholz, Magdeburg, Forschungen
  70. [70]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  71. [71]Wolfgang Buchholz, Magdeburg, Forschungen
  72. [72]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  73. [73]Ebenda
  74. [74]http://www.deutsche-biographie.de
  75. [75]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  76. [76]Wolfgang Buchholz, Magdeburg, Forschungen
  77. [77]Ebenda
  78. [78]Ebenda
  79. [79]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  80. [80]Ebenda
  81. [81]Ebenda
  82. [82]Wolfgang Buchholz, Magdeburg, Forschungen
  83. [83]Ebenda
  84. [84]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  85. [85]Wolfgang Buchholz, Magdeburg, Forschungen
  86. [86]Ebenda
  87. [87]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  88. [88]Schmidt, Dr. Georg P. "!Das Geschlecht von der Schulenburg",Teil III Die Stammreihe Beetzendorf 1899, S. 321-324
  89. [89]wikipedia
  90. [90]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  91. [91]Wolfgang Buchholz, Magdeburg, Forschungen
  92. [92]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
  93. [93]Ebenda
  94. [94]Ebenda
  95. [95]Wolfgang Buchholz, Magdeburg, Forschungen
  96. [96]DvD von Dr. Ing Klaus Koniarek, Wer war wer im 30 –jährigen Krieg
   
  
 

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