Geschichten über Kalbe Milde
 

 


 

 

Kalbe (Milde) aus der Sicht eines ehemaligen Bewohners 1921
 

Vielfach wird Kalbe mit den 3 H in Verbindung gebracht; Holz, Hopfen und Heu. Das Kalbe noch mehr zu bieten hat, zeigt Hesselbarth in seinem Buch „Die Altmark“ - Gerhard Hesselbarth 1921. Dort wo die Zichtauer Hellberge, diese liebliche Hügelkette, man nennt sie die altmärkische Schweiz, sich auslaufen, erhebt sich aus grünen mannshohen, wogenden Getreidefeldern die alte Burg Calbe und an sie grenzend das kleine Städtchen gleichen Namens, von der Milde umflossen, gleich einer langgestreckten Insel. Am Gardelegener Tor teilt sich die Milde, von Gardelegen kommend, in zwei Arme, um sich am Salzwedeler Tor wieder zu vereinigen.

Die Milde, sie hat den Namen in der Tat, durchfließt recht milde die wiesen- und weidenreiche Gegend, die fruchtbare Niederung, des „Calbeschen Werder“. Die Stadt hat keine Industrie, nicht viel Fremdenverkehr und, jedenfalls erfreulich, wenig von dem modernen Geist unserer Zeit. Zwar blüht das Vereinsleben. Es sind dies aber alles Vereine, die der Gesamtheit zum Nutzen dienen. Schulen und tüchtige Lehrer sind vorhanden,. Amtsgericht, Ärzte, Geistliche, Apotheke, gute Geschäfte mit billigen Preisen, alles ist da. Hinter der schönen Kreuzkirche mit dem hohen Turm auf dem schattigen Kirchplatze summen die Bienen in den blühenden Linden, und dann die herrlichen Spaziergänge rings um die Stadt herum unter den rauschenden Laubkronen.
So still und abgeschlossen war alles, so sonntagsstille und feierlich, dass ich sinnen musste, warum die Menschen draußen in der Welt uns das Leben so schwer machen.

Wanderer in der Altmark!
Versäume nicht, das kleine freundliche Städtchen Calbe a.d. Milde mit ihrer biederen Bevölkerung aufzusuchen.

Anmerkung:
Eine schöne Liebeserklärung an Calbe an der Milde. Interessant ist auch, wie die Begrifflichkeit sich im Laufe der Zeit ändert.
Bieder:
früher rechtschaffend und geradezu,
heute: einfältig und altbacken.


entnommen dem Buch von G. Hesselbarth "Die Altmark" von 1921.

 
 
 
 
 
   
  
 

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