Geschichten über Kalbe Milde
 

 


 

 

Die Bäume auf dem Platz …..



Auf dem Platz vor meinem Elternhaus
Stehen Kastanien und Linden
Sie stehen dort schon an hundert Jahr´und künden
Geschichten von Dingen und Bildern
Die sie mit säuselnden Blättern, mit wispern und rascheln schildern
Erinnere gern meine Kindertage,
Lang her, schon so weit
Längst gelebte Vergangenheit!
Doch frage ich mich wann, ja wann?
Wann wurden die Bäume gepflanzt
Gehegt, gepflegt, benetzt
Wann einst das Denkmal gesetzt?
Ein Denkmal für die Krieger
Waren sie auch Sieger?
Sicher wurden damals Fahnen geschwenkt
Für Soldaten – die ihr Leben im Krieg - verschenkt -
In großen Kriegen – davon Zwei -
Fahnen, große Reden waren immer dabei!

Die Bäume haben die Kriege erlebt
Was passierte in Stämme und Blätter gewebt
Im Innern in sichtbare Ringe gedreht
Manchmal – des Nachts – unterm Sternenzelt
Murmeln sie von einer verstörten Welt.
Auch Flüchtlingsströme zogen an ihnen vorbei
Kriegsgefangene und wieder Soldaten - den Bäumen war es einerlei
Sie wuchsen und warteten geduldig
Unschuldig!

Bis endlich wieder Kinder lachten
Spiele und Späße im Schatten der Bäume machten
Mit Murmeln, mit Bällen und Seilen
Bänke luden zum Verweilen.
Und die Bäume trugen – wie jedes Jahr -
Jahreszeiten-Kleider, ganz wunderbar
Das eine Kleid streckte weiße Kerzen in die Luft,
Das andere Kleid betörte mit seinem Duft
Ein leichtes Sommer-Kleid - Sirren und Summen im Geäst
Manch Vogelpaar baute in den Bäumen sein Nest

Zeigte der Herbst sein Kleid, der Sommer versank
Dann sanken auch Blätter in Fülle
Sie fielen in gelb und gold, sacht und leise
Fallende Blätter tanzten nach des Windes Weise
Ein Hin und Her, wirbelnd - wie ein Reigen
Denn dann begann des langen Winters Dunkelheit
Mit Nässe, Nebel, Kälte und auch Einsamkeit.
Der Platz mit den Bäumen verschneit,
Der nächste Frühling wieder weit.

Viele Jahre, Jahrzehnte sind seither vergangen
Wo sind die Kinder, die mit roten Wangen
Kreischend vor Lachen unter den Bäumen tollten
Wer weiß schon, was sie einst vom Leben wollten?

Die Kinder von damals - heut´ schon hoch in Jahren
Denken sie manchmal an die Zeit, in der sie Kinder waren?
Fröhliche Kinder - auf dem Platz, unter den Bäumen?
Was erlebten sie in ihren Lebens-Träumen!
Welche Erwartungen wurde erfüllt?
Wer hat sich in Einsamkeit gehüllt?
Wer ging in die Welt und wer kam zurück,
Suchte in der Ferne sein Glück?
In all den langen, langen Jahren wuchsen die knorrigen Gefährten
Und dehnten und reckten sich zum Licht
Wir achteten ihrer nicht´, wie es nötig gewesen wäre,
Weil – sie waren ja immer da -!
Gerade das war die Gefahr!
Heut´wissen wir - Baumleben ist nicht leicht
Die Winter zu kalt, Regenfälle zu seicht
Starke Winde und Stürme, trockene Sommer und Hitze
Wabernde Hitze - wie Feuersglut -
Das hält kein Baum aus, da verlässt ihn der Mut
Und nun sind sie alt, nachlässt ihre Kraft
Es fehlt ihnen jugendfrischer Saft!

Was tun?
Wir sind gefragt,
Unser aller Hilfe ist angesagt
Wir pflanzen – noch heute, jetzt - junge Bäume, auch Linden
Resistente Kastanien müssen wir suchen und finden
Wir werden sie achten und hegen und pflegen
Unseren Kindeskindern übergeben, damit sie wachsen -
mit unser Aller Segen!

Auch diese Kinder fragen wiederum in vielen Jahren
Erinnert ihr euch an die Bäume, in deren Schatten wir waren?
Unter denen wir spielten,
Wo geschützt wir waren,
Unter denen wir träumten,
Dabei das Rufen der Mutter versäumten?

Natürlich werden sie sich erinnern
Solche Kindertage bleiben in der Zeit
Und sei es die Vergangenheit!
Überhaupt - in unser aller Leben sollte es immer Bäume geben
Darum helft alle mit, damit sie leben!!!!
Die Bäume auf dem Platz vor meiner Eltern Haus
Die Kastanien und Linden,
Damit wir sie immer dort finden!


Gedicht von Bärbel Röber geb. Krüger, Magdeburg
 
 
 
 
 
   
  
 

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