Geschichten über Kalbe Milde
 
 


Der Petersberg
 

Sehen wir einmal ab von den vorgeschichtlichen Funden, die in der Umgebung von Kalbe/Milde gemacht wurden, so könnte eine Ortsbezeichnung in unserer Stadt auf frühe geschichtliche Spuren unserer Vorfahren führen, wobei wir allerdings nur auf Rückschlüsse und Vermutungen angewiesen sind. Gemeint ist, der Petersberg. Schon im Mittelalter wird die kleine Anhöhe in der Nähe der Stadt als Petersberg bezeichnet und bis ins 16. Jahrhundert hat sich dort eine Peters-Kapelle befunden, von deren Resten noch im 18. Jahrhundert berichtet wird.

Nun wird man bei der Ortsbezeichnung "Petersberg" zunächst nichts Besonderes vermuten, finden sich doch an zahlreichen Stellen in Deutschland Petersberge, z.B. der bekannte Petersberg bei Halle/S. (In der Altmark befindet sich noch ein Petersberg bei Böddenstedt.) Bei verschiedenen Petersbergen konnte aber nachgewiesen werden, dass sich dort vor der Christianisierung heidnische Heiligtümer befunden haben. Als die christliche Mission einsetzte, wurden solche im Bewusstsein der Menschen heilige Orte nicht einfach zerstört, sondern in christliche Anbetungsstätten umgewandelt und oft dem Apostel Petrus geweiht. Obwohl für den Petersberg bei Kalbe ein solcher Umwandlungsprozess nicht nachweisbar ist, so steht doch zu vermuten, dass sich auch auf dem Petersberg vor der Christianisierung ein heidnisches Heiligtum für die nähere und weitere Umgebung befunden haben mag. Wäre diese Vermutung richtig, dann würde es bedeuten, dass längst vor Einführung des Christentums die Gegend um Kalbe, also der heutige Petersberg, für die Menschen ein besonders wichtiger Ort gewesen ist.

In der Diskussion um das Lorenzkloster hat einer der Forscher angemerkt, dass das Kloster wohl nicht in einem so unbedeutenden Ort wie Kalbe gestanden haben kann. Das ist natürlich modern gedacht. Vielmehr kann man annehmen, dass gerade in der Zeit der Christianisierung Kalbe ein Ort war, dem aus verschiedenen Gründen eine besondere Bedeutung zukam, der sich darum anbot, hier ein Kloster zu gründen.


Entnommen einem Aufsatz von Pfarrer S. Schneider aus seiner Chronik zur 1.000 Jahr Feier.

 
 
 
 
 
   
  
 

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