Geschichten über Kalbe Milde
 

 


 

 

Das Abendläuten zu Calbe a. Milde
 

Von Martini bis zur Charwoche hört man allabendlich um 8 Uhr Geläut von der Nikolaikirche zu Calbe a. M. Die Sage weiß hierüber folgendes zu berichten.
Vor vielen Jahrhunderten war die Stadt Calbe von vielen Morästen, Sümpfen und fast undurchdringlichem Gebüsch und Gehölz umgeben. Da geschah es, daß ein Wanderer in rauher Winterszeit gegen Abend durch die früh hereinbrechende Dunkelheit überrascht wurde. Die aus den Morästen aufsteigenden Nebel und die stetig zunehmende Dunkelheit brachten ihn vom rechten Weg ab. Immer tiefer geriet er in die Sümpfe und in das Dickicht hinein, und vergeblich bemühte er sich, wieder den rechten Pfad zu finden. Stunde auf Stunde verrann, uns seine Kräfte waren dem Ermatten nahe. In seiner Herzensangst rief er zur heiligen Jungfrau. Da, was war das? Vom nahen Turme der Nikolaikirche ertönte die Glocke zur Andacht und führte ihn glücklich auf den rechten Weg. So war er gerettet.
Aus Dankbarkeit vermachte er der Kirche ein Kapital und bestimmte in seinem Testament, daß zur Winterszeit allabendlich um 8 Uhr geläutet werden solle. So geschieht's bis auf den heutigen Tag.

 
 
 
 
 
   
  
 

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