Geschichten über Kalbe Milde
 

 


 

 

Levin Johann Schlicht
 

Er war ein Kirchenliederdichter, der aus Kalbe Milde stammt. Früher wurden seine Lieder oft und gern gesungen und waren in vielen Gesangbüchern abgedruckt. Heute sind Sie vergessen. In seinem wohl bekanntesten Lied "Ach, mein Jesu! sieh', ich trete..." einem Abendlied, heißt es in Vers 6 :

Laß mich meine Tage zählen,
die du mir noch gönnen willst,
mein Herz sei mit dir erfüllet,
so wird mich Nichts können quälen,
denn wo du bist Tag und Licht,
schaden uns die Nächte nicht.

Levin Johann Schlicht wurde am 26. Oktober 1681 in Kalbe als Sohn des Diakonus Matthias Schlicht geboren. Seinen ersten Unterricht erhielt er durch den gelehrten Vater, der außer den Schulstunden sehr oft bereits um 4.00 Uhr morgens begann, mit dem Sohne die fremden Sprachen, Religion, Geschichte und Erdkunde zu treiben und alle Freizeit seines Amtes der Förderung des Sohnes widmete.
Levin Johann war im 10. Lebensjahr so weit, daß er die lateinische Sprache ziemlich gut beherrschte, das griechische Neue Testament notdürftig verstand und auch im Hebräischen nicht allzu schwierige Stellen übersetzen konnte.
Der Vater verstarb früh und die Mutter kam mit ihren 4 Kindern, von denen Levin Johann der älteste war, in rechte Bedrängnis.
Bei dem Stendaler Stadtkämmerer Krause fand Levin Johann Aufnahme und konnte das Gymnasium bei dem ausgezeichneten Rektor Tappert besuchen.
Ostern 1699 bezog Levin Johann die Universität Halle, um Theologie zu studieren. 1708 wurde er zum Rektor der Saldernschen Schule nach Bernburg berufen. Unter seinem Rektorat genoß die Schule großes Ansehen. Ende 1715 übernahm er die Pfarrstelle in Parey/Elbe. Sehr lange war seines Bleibens hier nicht, denn bereits 1717 folgte er seiner Berufung an die St. Georgen-Kirche in Berlin.
Am 10. Januar 1723 ist er in Berlin gestorben.
Er hatte sich gewünscht, daß bei der Beerdigung u.a. sein Lied gesungen wurde:

Gott Lob und Dank, ich bin vergnügt,
mein Heiland ist mein Leben,
der alles heilsam mit mir fügt,
der sich mir selbst gegeben.
Mein Heiland lebt, was will ich mehr:
Trotz sei dem Tod und Höllenheer.
Ich kann sie überwinden
.
 
 
 
 
 
   
  
 

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