Geschichten über Kalbe Milde
 

 


 

 

Elias Hoffmann Pastor und Inspektor in Kalbe
 

Grabdenkmal El. Hoffmann
Grabdenkmal in der Kalbenser Kirche

Geboren 1518 in Budweis / Böhmen. Über seine Kindheit und Jugend wissen wir nichts. Um seines evangelischen Bekenntnisses willen aus Böhmen vertrieben, studierte er in Wittenberg um 1540 u.a. bei Martin Luther und Philipp Melachthon. Er hatte die theologische Doktorwürde erworben, kam (wahrschl.) im Todesjahr Luthers 1546 nach Lenzen / Elbe ins Pfarramt und wurde 1548 als erster protestantischer Pfarrer nach Kalbe berufen. Am 20. März 1547 hatte er während seiner Lenzener Zeit Engel Franke, Tochter des Petrus Franke, geheiratet. Insgesamt wurden ihm 11 Kinder geboren, wovon aber 6 bald nach der Geburt wieder starben. Unter den Paten seiner Kinder waren Mitglieder der Familie v. Alvensleben, Pfarrer und Pfarrfrauen der Umgebung, die Generalsuperintendenten Johann Lüdecke und Simon Sinapius aus Stendal, aber auch Bürger aus Kalbe (Petrus Koch, Vicke Wallstawe, 1551, Dietrich Konig, 1558). Nach 24 jähr. Ehe starb am 3.5.1571 seine Ehefrau. Zu diesem Zeitpunkt waren 3 seiner Kinder noch minderjährig. Bei der Familie v. Alvensleben stand Elias Hoffmann in hohem Ansehen, was daraus hervorgeht, dass ihm 1555 von der Familie das Haus geschenkt wird, das an der Südwestecke des Kirchenplatzes (bis 1929) gestanden hat
Joachim von Alvensleben-Erxleben bat ihn, für sein im Jahre 1566 verfasstes "Glaubensbekenntnis" ein Votum abzugeben, das unter dem 17.7.1566 datiert ist.
Außerdem gehörte er zu den Vormündern der Söhne des Elias v. Alvensleben (+1569). Während seiner Amtszeit in Kalbe sind umfangreiche Bauarbeiten am Pfarrhaus (1569) und an der Kirche (1569 und 1573) ausgeführt worden 1577 hat er in Stendal die Konkordienformel unterschrieben. E. Hoffmann hat der Kirche zu Kalbe seine umfangreiche Privatbibliothek hinterlassen. Insgesamt 576 Bände mit 1759 Drucken, vorwiegend theologische Werke der Reformation. Nach einigen handschriftlichen Widmungen zu urteilen, war er mit nahmhaften Theologen seiner Zeit bekannt. Dazu gehörten vor allem Matthias Flacius und Johann Wigand, die mit 126 resp. 70 Drucken in seiner Bibliothek vertreten sind.
Am 25. April 1579 ist Elias Hoffmann im Alter von 61 Jahren in Kalbe gestorben. Er wurde in der Kirche begraben, wo sich heute noch im südlichen Seitenschiff sein Leichenstein befindet. Sein 1551 geborener Sohn Johannes hat 1572 - 74 das Pädagogium Illustre in Gandersheim besucht und danach an der neugegründeten Universität Helmstedt studiert.
Seine 1564 geborene Tochter Katharina hat später einen Pfarrer an St. Jacob in Magdeburg geheiratet. Von dem Verbleib der anderen Kinder wissen wir nichts.
Seiner Mutter, die 1549 in Budweis gestorben war, wurde wegen ihres evang. Glaubens ein ordentliches Begräbnis verweigert. Sie wurde von Glaubensbrüdern auf einem Bergwerksgelände in Budweis begraben.


Glaubensbekenntnis
Auszug aus dem Glaubensbekenntnis des Elias Hoffmann.

In der Kirche hängt in einer der Logen hinter dem Turm ein Gemälde, das Ihn im 61 Lebensjahr darstellt.

Darstellung El. HoffmannDarstellung El. Hoffmann
Vor der RestaurationNach der Restauration im Jahre 2017, anläßlich der Ausstellung in MD
"Gegen Kaiser und Papst"

Weitere Hinweise Unter der Rubrik "Kirche" und "Verschiedenes/Siechenhaus"

 
 
 
 
 
   
  
 

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