Geschichten über Kalbe Milde
 

 



Vorbemerkung


Getreu dem Grundsatz dieser Hompage alles zu sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, was sich mit der Geschichte von Calbe Milde beschäftigt, bin ich sehr froh, dass es mir ermöglicht wurde, die Chronik der Familie von Alvensleben in Auszügen zu veröffentlichen.
In Auszügen deshalb, weil die Hompage Geschichten über Kalbe eine andere Gliederung aufweist. Daher bietet es sich an, unter der Rubrik von Alvensleben wesentliche Auszüge darzustellen. Einige Passagen werden an anderer Stelle dargestellt.
Ich hoffe, dass trotz der sehr unterschiedlichen Betrachtungszeiträume der Gesamtzusammenhang erhalten bleibt.

Henning Krüger

Einführung von Reimar v. Alvensleben

Das Manuskript der vorliegenden Arbeit entstand über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren und befand sich seit 50 weiteren Jahren im noch unveröffentlichten Teil des schriftlichen Nachlasses des Verfassers, Dr. Udo v. Alvensleben-Wittenmoor. Bedingt durch Krankheit und seinen frühen Tod 1962, war er selbst nicht mehr in der Lage, das Material für eine Veröffentlichung vorzubereiten.

Über den Verlauf seiner Arbeit berichtete Udo v. Alvensleben 1947 wie folgt: „Der Verfasser hat, unterstützt durch Dr. Ludolf von Alvensleben-Calbe und dessen Archivforschungen, seit 1920 Material für diese Darstellung gesammelt, die 1940-1943 auf Urlaub in Wittenmoor und in Kampfpausen im Donezbecken, an Don und Wolga entstanden ist. Wohlbrücks treffliche Geschichte der Alvensleben , die, 1829 endend, kein zusammenhängendes Bild der Häuser und Epochen ergibt, bildet die Hauptgrundlage, doch wurden andere gedruckte und unveröffentlichte Quellen jeder Art benutzt. Den persönlichsten Beitrag des Verfassers bilden die baugeschichtlichen Untersuchungen. Sie setzten eine genaueste Kenntnis der Örtlichkeit und des Urkundenmaterials voraus“.

„Die Staats- und Landesarchive zu Magdeburg, Wolfenbüttel, Hannover, Zerbst und London bleiben auch künftig für die Forschung die wichtigsten. Mit dem Untergang von Teilen des Hohenzollernschen Hausarchivs in Charlottenburg gingen unersetzliche Urkunden zugrunde. Die Familienarchive der Alvensleben wurden von Zarnack, Gercken, Wohlbrück und v. Mülverstedt in Bezug auf Genealogisches ziemlich erschöpfend ausgewertet, dagegen nicht ausreichend für Bau-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte. Die Archive zu Neugattersleben und Zichtau gerieten bereits zwischen 1829 und 1879 in Verlust. Was von den übrigen Gutsarchiven 1945 geborgen werden konnte, ist nicht genau bekannt. Teile gelangten in die Staatsarchive in Magdeburg und Merseburg“.

„Das Manuskript des vorliegenden Werkes wurde 1945 auf Veranlassung der Gattin des Verfassers durch Udo v. Alvensleben a.d.H. Schollene aus dem Archive zu Wittenmoor nach Magdeburg in das Safe der Landesfrauenklinik überführt. Udos Bruder Alkmar übergab es Herrn Ernst von Niebelschütz, einem Freunde des Verfassers, der im Februar 1946 starb. Dessen Witwe gab das Manuskript einem Transport mit, der 1947 nach Bremen und von dort aus im September 1947 in Teilen nach Hösel bei Düsseldorf an den Dichter Wolf von Niebelschütz, den Sohn des Verstorbenen, gelangte, und damit nach zweijähriger Irrfahrt wieder in die Hände des Verfassers, der erst nach Enteignung seiner Besitzungen, Wittenmoor (Kreis Stendal) und Keez (Kreis Wismar), aus der Gefangenschaft in die englisch besetzte Zone Deutschlands zurückkehrte. (Ergänzung: Bis 1960 wurden auf Haus Bodelschwingh, Westfalen Ergänzungen hinzugefügt.)“

„Die Arbeit wurde noch im Vollgefühl der bestehenden Verwurzelung, der sich fortsetzenden Traditionen und des Reichtums im Vorhandenen geschrieben. Mit einer unmittelbar bevorstehenden Vernichtung und vollständigen Ausrottung des durch acht Jahrhunderte Bewahrten, war 1943, bei Vollendung des Hauptteils, nicht zu rechnen.“

Bei der Bearbeitung des Manuskriptes blieb der Orginaltext weitmöglichst erhalten. Man muß ihn also als ein Werk lesen, das im Wesentlichen schon 70 Jahre alt ist und Zustände, Erkenntnisse und Sichtweisen der damaligen Zeit beschreibt: Es richtet sich an ein Publikum, das mehr als heute eine humanistische Bildung und andere historische Kenntnisse besaß. Auch die Sprache hat sich seither verändert. Die alten Schreibweisen wurden aber beibehalten, insbesondere die des Ortsnamens Kalbe, der wie früher Calbe geschrieben wird. Nur offensichtliche Fehler wurden korrigiert, einzelne Passagen auch gekürzt, andere ergänzt oder mittels Fußnoten kommentiert. Da der Verfasser – bedingt durch die außergewöhnlichen Umstände bei der Abfassung der Texte – relativ sparsam mit genauen Quellenhinweisen war, wurden solche hinzugefügt, sofern dies möglich war. Auch neuere Literatur, ebenso Materialien im Anhang, die im Zusammenhang mit dem Thema stehen, wurden ergänzt.

Darüber hinaus wurden die Texte mit Bildmaterial angereichert, was schon immer die Absicht des Verfassers war. Er stellte schon vor dem Kriege ein umfassendes Bildarchiv zusammen, auf dessen Bestände zum Teil zurückgegriffen werden konnte. „Das Bild vermittelt unserer Zeit mehr als das Wort, weshalb hierauf der Hauptakzent gelegt wird“, schrieb Udo v. Alvensleben schon 1937 in sein Tagebuch, als er überlegte, wie die künftige Familiengeschichtsschreibung zu gestalten ist.

   
  
 

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